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Solingen
Neuer Mietpreisspiegel sieht Erhöhungen vor

Solingen: Neuer Mietpreisspiegel sieht Erhöhungen vor
Hans-Werner Bertl vom Mieterbund. FOTO: Kempner (Archiv)
Solingen. Die beiden Haus- und Grundeigentümervereine und der Mieterbund einigten sich auf angepasste Eckwerte. Von Uwe Vetter

Maßvolle Anpassungen insbesondere bei den oberen Werten sieht der neue Mietpreisspiegel für Solingen vor. Der Mieterbund Rheinisch Bergisches Land sowie die beiden Haus- und Grundeigentümervereine Solingen und Ohligs stellten gestern den insgesamt 15. Mietpreisspiegel seit 1976 vor. "Der Mietpreisspiegel ist in konstruktiven Gesprächen entstanden. Er gilt allgemein als Befriedungsfaktor und als Streitschlichtung", sagte Andreas Herget, Geschäftsführer des Haus- und Grundeigentümervereins Solingen.

Zuletzt war der Mietpreisspiegel vor drei Jahren erneuert worden. "Wir bemühen uns stets um eine Aktualisierung", versicherte der Vorsitzender des Mieterbundes, Thomas Schmitt. Sein Stellvertreter Hans-Werner Bertl hält Solingen ebenso wie Max Schunke, Vorsitzender des Haus- und Grundeigentümervereins Ohligs, für eine Stadt, in der die Mieten noch bezahlbar sind. Im Gegensatz zu Langenfeld oder beispielsweise Hilden oder Langenfeld, wo die Mieten explodieren würden. "Die neuen Werte des Mietpreisspiegels sind der Marktentwicklung geschuldet", sagte Herget, und Max Schunke sieht 80 bis 90 Prozent der Wohnungen in der Klingenstadt in einer mittleren Wohnlage: "Die Nachfrage ist vor allem in Ohligs und Aufderhöhe sehr hoch", sagte Schunke.

Mindere (sehr starke Immissionsbeeinträchtigung), mittlere (normale Wohnlage ohne besondere Vor- und Nachteile) und gute Wohnlage (aufgelockerte Bauweise, geringe Beeinträchtigung durch Immissionen) - in diese drei Kategorien ist der Mietpreisspiegel aufgeteilt und unterscheidet dabei auch nach Baujahren der Wohnungen beziehungsweise Mietshäuser. Das geht von bergischem Fachwerk bis hoch zu Baujahr ab 2011. Klar, dass für die neuesten Wohnungen die Kaltmiete entsprechend höher ausfällt, als vielleicht für eine Wohnung aus dem Jahr 1948. Unterteilt wird auch nach der Wohnungsgröße: bis 50 Quadratmeter, 50 bis 80 Quadratmeter und über 80 Quadratmeter.

So müssen Mieter nach dem neuesten Preisspiegel für eine bis zu 50 Quadratmeter große Wohnung, die nach 2011 gebaut wurde, in mittlerer Wohnlage mit einer Miete zwischen 7,90 bis 8,65 Euro pro Quadratmeter rechnen. In guten Wohnlagen liegt hier der Preis zwischen 8,10 bis 8,80 Euro, in minderer Wohnlage wird zwischen 7,70 bis 8,50 Euro verlangt. Im Vergleich zu 2014 - hier lagen die Preise bei 7,90 bis 8,25 Euro beziehungsweise 8,10 bis 8,40 Euro und 7,70 bis 8,10 Euro - sind die Werte also gestiegen. "Vermieter werden in der Regel jetzt aber nicht unbedingt die Mieten heraufsetzen. Sie sind grundsätzlich an vernünftigen Mietern interessiert und setzen auch auf eine gute Hausgemeinschaft", sagte Jan Schlebusch, Vorstandsmitglied des Haus- und Grundeigentümervereins Solingen. Die Mieten waren im Zeitraum von 1997 bis 2014 nahezu unverändert geblieben. Gleichwohl verzeichnete der Mieterbund im vergangenen Jahr 6600 Beratungen. "Allerdings", so Hans-Werner Bertl, wurden in lediglich elf Fällen Prozesse geführt. Das entlastet die Amtsgerichte."

Quelle: RP
 
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