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Solingen
Neuer Treffpunkt in der Innenstadt

Solingen: Neuer Treffpunkt in der Innenstadt
Die Arbeiten für die Begegnungsstätte am Ufergarten sind noch im vollen Gang. Silvia Kirchner und Saskia Frings (hinten von links) sowie (vorne von links) Edeltraut Krüger, Peter Hartkopf und Susanne Küppers engagieren sich. FOTO: Martin Kempner
Solingen. In einem Ladenlokal am Ufergarten in der City schafft der Verein Flüchtlingshilfe auf insgesamt 250 Quadratmetern eine Begegnungsstätte mit Café, Spielecke und Seminarraum. Jeder ist willkommen. Von Maxine Herder

In gerade einmal einer Woche ist in dem leerstehenden Ladenlokal am Ufergarten viel passiert: Ehrenamtler haben die Wände im Obergeschoss bunt gestrichen und einen Tresen gebaut, Unterstützer mehrere Sofas gespendet, Helfer eine Kinderspielecke mit kleinen Möbeln, Bilderbüchern und Spielen eingerichtet. Im Untergeschoss stehen bereits eine kleine Küchenzeile und ein großer Tisch mit mehreren Stühlen. Auf 250 Quadratmetern baut der Verein Flüchlingshilfe hier einen Treffpunkt für, das ist Vorsitzender Saskia Frings wichtig, "alle Menschen, die andere Menschen treffen wollen": für Flüchtlinge genauso wie für Ehrenamtler, für Bürger, die sich mit ihren Fähigkeiten einbringen wollen genauso wie für Leute, die sich informieren wollen und an Begegnungen interessiert sind, für Vereine und Initiativen.

Neben einem Café und Spielmöglichkeiten für die Kleinsten soll es dabei auch Computer-Arbeitsplätze sowie Räume für Seminare wie niedrigschwelligen Deutsch-Unterricht geben. "Wir wollen hier ein Sprachangebot schaffen für Menschen, die noch nicht lange hier sind. Wenn die offiziellen Kurse noch nicht begonnen haben, können die Menschen diese Zeit hier überbrücken", sagt Susanna Küppers, Pressesprecherin des Vereins.

Auch einen Handarbeitstreff soll es geben: "Ich glaube, dass es richtig viele Frauen gibt, die tolle Sachen können. Der Treff funktioniert als eine Art Sprachförderung. Auf der anderen Seite lernen die Frauen auch voneinander, können sich austauschen. So profitieren die Deutschen von den Flüchtlingen und umgekehrt", so Küppers weiter.

Darauf basiert auch ein weiteres Angebot, das geplant ist: "Wir wollen junge Flüchtlinge und Senioren oder Arbeitslose zusammenbringen. Sie können den jungen Leuten Fähigkeiten aus ihrem Berufsleben vermitteln und Jugendliche so zu sinnvoller Tätigkeit anleiten", sagt Saskia Frings. Es gehe vor allem darum, die Flüchtlinge aus ihren Unterkünften zu holen - und ihnen wieder eine Perspektive zu geben. "Diese Menschen haben durch Krieg und Flucht bereits sinnlos so viel Lebenszeit verloren. Sie sollen nicht noch mehr Zeit verlieren. Und zugleich eine würdevolle Beschäftigung finden, mit der sie etwas zurückgeben können, denn genau das ist der Wunsch vieler Flüchtlinge", so Frings.

Denkbar sei, dass die so angeleiteten Flüchtlinge anderen Flüchtlingen beispielsweise beim Umzug in eine neue Wohnung helfen könnten und so öffentliche Kassen entlasteten. "Es geht uns um Menschlichkeit und es geht uns um Würde", betonen Küppers und Frings. Und es geht - wie grundsätzlich beim Engagement des Vereins - um nahe, unmittelbare Hilfe: "Wir haben eine Krisensituation und möchten alle mobilisieren, sich einzubringen", so Frings.

Der Umbau des neuen Treffpunkts ist dafür das beste Beispiel: "Wir machen alles aus eigener Kraft und Energie und mit Hilfe von Sachspenden", erklärt die Vorsitzende des Vereins.

Der Eigentümer stellt dem Verein das Ladenlokal mietfrei zur Verfügung, einzig die Betriebskosten müssen gezahlt werden. Eine große Eröffnung der Räume soll es nicht geben: "Wir sind hier zwar noch in einer Baustelle, aber schon jetzt ist geöffnet und jeder, der Interesse hat, kann einfach vorbei kommen", betont Saskia Frings. "Hier kann man sich kennenlernen. Und hier können auch Leute hinkommen, die sich einbringen wollen, aber nicht wissen, wie."

Quelle: RP
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