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Solingen
Neuer Wächter über die Lutherkirche

Solingen: Neuer Wächter über die Lutherkirche
Seit dem Dezember 2017 lebt und arbeitet Rainer Zaun in Solingen. Zuvor war der 51-Jährige in Dormagen tätig. FOTO: Stephan Köhlen
Solingen. Seit dem 1. Dezember 2017 ist der 51-jährige Rainer Zaun Küster der Gemeinde an der Kölner Straße. Von Sandra Grünwald

Es war ein fließender Übergang. Bereits im vergangenen Dezember trat Rainer Zaun seine Stelle als Küster in der Lutherkirche an. "Der bisherige Küster hat mich noch bis Ende Januar begleitet", sagt Zaun, "das habe ich sehr wohlwollend angenommen, man weiß ja am Anfang noch nicht, wo alles ist." Elf Jahre war Rainer Zaun in einer Kirche in Dormagen als Hausmeister angestellt. "Nebenbei habe ich eine Ausbildung zum Küster gemacht", erzählt der 51-Jährige.

Küster kommt vom lateinischen Custos, was Wächter heißt. Ein Küster ist also ein Wächter über seine Kirche. Natürlich gehören auch typische Hausmeistertätigkeiten mit dazu. "Man sollte eine Ausbildung im Handwerk haben", meint Rainer Zaun. Denn ein Küster ist durchaus auch für die tägliche Wartung zuständig, für die Heizung und Lüftung des Gebäudes. Doch die Küstertätigkeit geht weit darüber hinaus. "In der Ausbildung lernt man zum Beispiel, wie man Altarschmuck herstellt, wie man eine Taufe begleitet."

Hochzeiten und Schulgottesdienste werden ebenfalls vom Küster mitbetreut. Auch, wenn die Kirche ihre Türen öffnet, ist der Küster vor Ort. "Ich bin dann Ansprechpartner für alle, die kommen", erklärt Rainer Zaun, "und erzähle ihnen auch gerne etwas über die Kirche." Natürlich hat sich Rainer Zaun deshalb schon intensiv mit der Geschichte der Lutherkirche befasst. "Wann sie gebaut wurde, wie sie den Krieg überstanden hat." Dass sie vor nicht allzu langer Zeit beinahe geschlossen werden musste und nur durch den Lutherkirchen-Bauverein gerettet wurde, weiß er auch. "Wenn eine Kirche über hundert Jahre alt ist, sollte man versuchen, sie zu erhalten", sagt der Küster. Bereits in Dormagen hat er erste Küstertätigkeiten verrichtet, doch hier wurde keine Stelle frei. "Also habe ich mich auf verschiedene Stellen beworben." Verschiedene Vorstellungsgespräche hat Rainer Zaun geführt, sogar in Travemünde. Doch der alleinerziehende zweifache Vater hat bei seiner Berufswahl vor allem auf die Zukunft seines 20-jährigen Sohnes geachtet. "In Solingen hat mein Sohn bessere Chance, einen Ausbildungsplatz zu bekommen", sagt er. So fiel seine Entscheidung für die Klingenstadt. Hinzu kam, dass Rainer Zauns 23-jährige Tochter bereits seit über einem Jahr in Solingen lebt und arbeitet. So trat Rainer Zaun am 1. Dezember nicht nur seine neue Stelle an, sondern zog gleich noch um. Inzwischen fühlt er sich schon recht wohl in seiner neuen Heimat. "Die Pfarrer hier sind sehr entgegenkommend", sagt der Küster, "wir sprechen viel miteinander." Es sei wie eine kleine Familie. Insgesamt sei er sehr herzlich aufgenommen worden. "Es wurde mir geholfen, wo es ging", meint der erklärte Fußball-Fan. Nun möchte er so nach und nach seine neue Heimatstadt kennenlernen. "Im Sommer, wenn ich Urlaub habe, werde ich Solingen erkunden." Er habe schon so viele schöne Fotos gesehen und möchte sich die Orte im Original ansehen. Eins ist ihm jedoch im Vergleich mit Dormagen schon aufgefallen: "Die Solinger sind viel entspannter und gelassener."

Quelle: RP
 
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