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Serie Unfallschwerpunkte
Neuer Warn-Blinker soll Unfälle verhindern

Serie Unfallschwerpunkte: Neuer Warn-Blinker soll Unfälle verhindern
Blickfang: Das neue Warnlicht am Fußgängerüberweg ist für Autofahrer, die von der Wupperstraße in die Goerdelerstraße abbiegen, kaum zu übersehen. Seit der Montage im Mai gab es jedenfalls keine Verletzten mehr. FOTO: Martin Kempner
Solingen. Fünf Verletzte in drei Jahren: Die Kreuzung am alten Finanzamt galt als Unfallschwerpunkt. Doch nun ist Autofahrern ein Licht aufgegangen. Von Benjamin Dresen und Martin Oberpriller

Auf den ersten Blick erscheint die Kreuzung vollkommen ungefährlich. Wenn die Ampel für die Autos auf der Goerdelerstraße auf Rot springt, haben die Fußgänger, die die Hauptverkehrsachse in der Solinger Innenstadt überqueren wollen, freie Bahn. Und auch die motorisierten Verkehrsteilnehmer, die von der Wuppertraße nach links in die Goerdelerstraße Richtung Werwolf abbiegen wollen, können Gas geben.

Eigentlich also alles kein Problem, sollte man meinen. Und doch bereitete die Kreuzung der Goedelerstraße mit der Wuppertraße und der Dorperstraße sowie der Straße Breidbacher Tor als Eingang zur Fußgängerzone den Verantwortlichen im Rathaus und bei der Polizei lange Zeit etliches Kopfzerbrechen. Denn in den zurückliegenden Jahren kamen sich vor allem die Linksabbieger von der Wuppertraße und die Passanten auf dem Fußgängerüberweg in Höhe des ehemaligen Finanzamtes mehr als einmal gefährlich nahe.

Allein in den Jahren zwischen 2013 sowie 2015 zählten die Verkehrsexperten an dieser Stelle in der City insgesamt fünf verletzte Fußgänger, so dass die viel befahrene Kreuzung zu den sogenannten Unfallschwerpunkten in der Klingenstadt zählte, wie jetzt eine Sprecherin der Stadt auf Nachfrage unserer Redaktion bestätigte. Gleichwohl sind die zuständigen Beamten seit einigen Monaten guter Dinge, die Kreuzung möglicherweise dauerhaft entschärft zu haben. Denn im Mai wurde ein neues Warnlicht montiert, das wie sein Vorgänger zwar nach wie vor in gelber Farbe blinkt - dies dafür aber in einem entschieden weiteren Umfang, was in diesem Fall durchaus wörtlich zu verstehen ist.

"Der neue Blinker ist größer als der alte", sagt die Stadtsprecherin, die mit einer exakten Zahl aufwarten kann. So verfügt das jetzige Warnlicht über einen Durchmesser von 30 Zentimetern, was dazu führt, dass es von den linksabbiegenden Autofahrern von der Wupperstraße kaum noch übersehen werden kann. Die Erfahrungen der ersten Monaten sind vielversprechend: Seit der Montage der größeren Warnanlage hat es kein einziges Mal mehr so heftig geknallt, dass am Ende Verletzte zu beklagen waren.

Über die Gründe für die frühere Unfallhäufung machen sich die Verantwortlichen dabei keine Illusionen. Die Linkskurve aus der Wupperstraße auf die Goerdelerstraße ist nämlich ungewöhnlich lang - mit der Folge, dass die Autofahrer leicht einmal abgelenkt werden und dann keinen Blick mehr für die Fußgänger haben, die oft im sprichwörtlich letzten Moment über die Fahrbahn hetzen, um beispielsweise auf der anderen Seite der Goerdelerstraße zur Bushaltestelle zu gelangen.

Indes sind mit dem neuen Gelb-Licht längst nicht alle Probleme auf der Kreuzung behoben. Der Grund: Einige Autofahrer, die aus Richtung Süden die Goerdelerstraße hinauffahren, nutzen die Kreuzung - verbotenerweise - dazu, um in die Gegenrichtung zu drehen. Und weitere Verkehrsteilnehmer, die aus der verkehrsberuhigten Straße Breidbacher Tor auf die Goerdelerstraße abbiegen, schlagen, was ebenfalls nicht gestattet ist, nach links in Richtung Clemens-Kirche ein.

Deshalb wurde bereits vor einigen Jahren mitten auf der Kreuzung vonseiten der Stadt Solingen eine zusätzliche Verkehrsinsel errichtet. Doch noch immer gibt es etliche Zeitgenossen, die diese schlicht nicht beachten und einfach umkurven - was die anderen Verkehrsteilnehmer dann zu scharfen Bremsmanövern zwingt.

Quelle: RP
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