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Solingen
Neues Leben im alten Gasthaus

Solingen: Neues Leben im alten Gasthaus
Das Hotel Gasthaus In der Straßen wird nach und nach wieder auf Vordermann gebracht. FOTO: mak
Solingen. Die Gäste des wiedereröffneten Hotel Gasthauses In der Straßen in Oberburg können auf Zetteln ihre Wünsche für Veranstaltungen und andere Nutzungen des Gebäudes hinterlassen. Die Beteiligung ist rege. Von Alexander Riedel

Der Rundgang durch die altehrwürdigen Räume lässt die Herzen der Besucher höher schlagen - und weckt Erinnerungen: "Diese Treppe bin ich schon vor 50 Jahren öfter hinaufgegangen, weil hier ein Schulfreund wohnte", erzählt Ursel Siebel und schaut sich in der ersten Etage um. Dunkle Holzbalken prägen das besondere Ambiente. Gegenüber einer gepolsterten Sitzgruppe liegt ein Kamin, daneben hängt ein alter Kupferkessel über einem tiefen Brunnen: Die jahrhundertelange Geschichte lässt sich im Hotel Gasthaus In der Straßen in Oberburg förmlich mit Händen greifen. Um den historischen Gebäudekomplex kümmert sich seit dem Frühjahr Gastronom Andreas Heibach.

Nachdem das markante Fachwerkensemble drei Jahre lang leer gestanden hatte, sicherte sich der Betreiber des Walder Stadtsaals das Objekt im Rahmen einer Zwangsversteigerung. "Es gibt so viele Möglichkeiten, wie man dieses Gebäude nutzen kann", schwärmt der 47-Jährige, der das stark sanierungsbedürftige Gasthaus in den vergangenen Monaten nach und nach wieder auf Vordermann brachte - unterstützt von Freunden und Bewohnern des Stadtteils.

Derzeit laufen noch die Umbauarbeiten an den Räumen in den oberen Geschossen. Den Biergarten vor dem Haus hat Heibach bereits vor gut zwei Wochen eröffnet. Dort gibt es Kaffee, Waffeln, Grillwurst und kalte Getränke - im Stile des klassischen Bayrischen Biergartens in Selbstbedienung.

Ideen für die weitere Nutzung des Gasthauses können die Gäste auf eigens dafür gedruckten Zetteln hinterlassen. Schon rund 30 Besucher äußerten auf diesem Wege ihre Wünsche: Die reichten von mehr Pflanzen im Biergarten über die Schaffung einer Mountainbike-Station bis zu Programmpunkten wie einem Krimidinner oder einem Kurs über Kochen wie im Mittelalter. Andreas Heibach sieht das Gasthaus in Sichtweite zu Schloss Burg als Ort vielfältiger Veranstaltungen - von der Hochzeit bis zu verschiedenen Seminaren.

Bürger des Stadtteils seien Feuer und Flamme für die Neugestaltung des Fachwerkkomplexes. "Bei der Begehung sind immer wieder ältere Leute hier, deren Augen glänzen", berichtet Heibach. "Schon jetzt bekomme ich sehr viel ehrenamtliche Unterstützung", freut sich der Gastronom und wirbt um Sachspenden wie nicht mehr benötigte alte Möbelstücke und Bilder für die Inneneinrichtung und Dekoration der Räume. Auch im Walder Stadtsaal habe sich das Konzept, die Bürger ins Boot zu holen, bereits bewährt: "Häufig kommen Besucher im Walder Stadtsaal vorbei und freuen sich, alte Bilder aus dem eigenen Bestand dort wiederzusehen." Er wolle die Herzen der Bürger gewinnen, betont Andreas Heibach. In Oberburg erntete er zumindest schon einmal viel Zustimmung: "Wir werden wiederkommen", versprach die gebürtige Burgerin Marlies Busch, die das alte Hotel seit ihrer Kinderzeit kennt: "Mein Vater war mit dem früheren Besitzer befreundet."

Ein regelmäßiger Hotelbetrieb ist im Gasthaus In der Straßen freilich derzeit nicht vorgesehen. "Wir werden das machen, was betriebswirtschaftlich sinnvoll ist", betont Andreas Heibach.

Quelle: RP
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