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Solingen
Neues Leben in den alten Waggons an der Trasse

Solingen: Neues Leben in den alten Waggons an der Trasse
Waldemar Akkannen, Manfred Hahn und Gabi Hahn sowie Alexander Hirsch (v.l.) unterstützen den Neustart des Trassencafés der Fuhrgemeinschaft. FOTO: St. Köhlen
Solingen. Die Fuhrgemeinschaft stellt mit Hilfe von Fördermitteln das Angebot neu auf. Künftig soll es regelmäßige Veranstaltungen in den alten Eisenbahn-Wagen geben. Von Maxine Herder

Es ist wieder Leben in den beiden Eisenbahnwaggons, die seit 2009 in Höhe der Fuhr an der Korkenziehertrasse stehen: Nach rund einem Jahr Leerstand in den beiden ursprünglich als Trassencafé betriebenen Wagen, wagt der Bürgerverein Fuhrgemeinschaft als Eigentümer des kleinen Gastronomiebetriebes nun einen Neustart. Zum Auftakt gab es warme Getränke, süße Plätzchen, einen Kino-Nachmittag mit Wolfgang Günther vom Laurel- und Hardy-Museum und drei Stunden Filme des komischen Duos - und eine deutliche Botschaft: "Der entscheidende Punkt ist, dass hier wieder etwas ist", sagt der Walder Einzelhändler Manfred Hahn, der die Fuhrgemeinschaft bei ihrem Neuanfang unterstützt.

Es ist ein Neustart, der dringend notwendig war: "Wir hatten das Café immer samstags und sonntags geöffnet, doch es sind einfach zu wenig Leute gekommen. Und auch mit Öffnungszeiten nur noch am Sonntag hat es sich nicht rentiert", erklärt Jeannette Kostka, Projektleiterin von der Fuhrgemeinschaft. Es ist aus diesem Grund auch ein Neustart mit einem gänzlich neuen Konzept: Mit Unterstützung aus dem Bundesprogramm Bildung, Wirtschaft und Arbeit im Quartier (BIWAQ) des Europäischen Sozialfonds stellt die Fuhrgemeinschaft das Angebot komplett neu auf. "Das neue Konzept basiert auf drei Säulen. Die erste Säule ist ein Bewerbertraining, das hier stattfinden wird. Die zweite ein Sprachcafé mit Fokus auf Konversation. Die dritte Säule ist ein Veranstaltungsprogramm mit mindestens monatlich stattfindenden Programmpunkten", berichtet Alexander Hirsch, der das Projekt für die Fuhrgemeinschaft koordiniert.

Unterstützung beim Veranstaltungsprogramm kommt von Manfred Hahn. "Ich arbeite hier als unterstützender Ideengeber mit, der sich in der Gastronomie auskennt", sagt der Inhaber des Walder Weinladens. Angedacht sind beispielsweise Kleinkunstveranstaltungen, Dinge, die in den Waggons genauso stattfinden können, wie auf der kleinen Terrasse, Hauptsache sie passen zum Ambiente.

Die erste Veranstaltung ist schon fix: Am 6. Dezember um 15 Uhr wird es eine interkulturelle Nikolausfeier geben, zu der auch der Nikolaus höchstpersönlich kommt und jedes Kind eine kleine Überraschung erhält. Das Duo Feuerzauber sorgt für den musikalischen Rahmen. "Wir haben eine Menge Ideen, die wir derzeit diskutieren", verrät Manfred Hahn.

"Wir hoffen, dass wir, losgelöst von der Gastronomie, hier nun noch einmal etwas ganz anderes machen können", sagt Tanja Isphording, Geschäftsführerin der Fuhrgemeinschaft. "Dies heißt jedoch nicht, dass es ausgeschlossen ist, dass hier 2018, nach dem Ende der BIWAQ-Laufzeit, wieder ein Café entstehen kann." Sie sei gespannt, sagt Isphording, was sich in und um die Waggons in den kommenden Jahren entwickele. Die große Hoffnung ist, dass das Projekt viel Unterstützung aus dem Quartier findet. "Geplant ist, dass es gewissermaßen ein Selbstläufer wird, dass sich Menschen aus dem Quartier einbringen, um hier mitzuwirken", so Alexander Hirsch. Genau dies ist auch ein zentrales Ziel der quartiersbezogenen Förderung durch BIWAQ: So will das Programm Chancen von Bewohnern in benachteiligten Stadtteilen verbessern, Projekte zur Integration in Arbeit fördern und zur Stärkung der lokalen Ökonomie beitragen.

Quelle: RP
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