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Was Nebenan Passiert Mitte
Neues Outlet-Center kommt nicht voran

Was Nebenan Passiert Mitte: Neues Outlet-Center kommt nicht voran
Die Clemens-Galerien haben schon bessere Tage gesehen. Das dort geplante Outlet-Center kommt nicht voran. Problem: Ein großer Ankermieter fehlt. FOTO: Martin Kempner
Solingen. Citymanager Dr. Siegbert Panteleit stand den Bezirksvertretern in Mitte Rede und Antwort zu den Problemen der Innenstadt - allen voran die Hängeparty um "My Urban Outlet" und die Leerstände an der Hauptstraße bereiten Sorgen. Von Alexander Riedel

Schon zu Beginn seines Vortrags schenkte der Gast seinen Zuhörern reinen Wein ein: Nein, einen spektakulären Durchbruch könne er nicht vermelden, gab Citymanager Dr. Siegbert Panteleit vom Innenstadtbüro zu. Zugleich versicherte er den Mitgliedern der Bezirksvertretung Mitte in deren Sitzung aber, es werde an allen "Schlüsselimmobilien" in der Innenstadt mit Hochdruck gearbeitet. Kern seines Vortrages im Ratssaal war die derzeit wohl meistdiskutierte Baustelle im Bezirk: Das geplante Outlet-Center auf dem Gelände der ehemaligen Clemens-Galerien kommt bekanntlich nicht voran.

Die ursprünglich für Oktober vorgesehene Eröffnung wurde auf das kommende Jahr verschoben. Das Problem: Ein großer Ankermieter fehlt. "Eigentlich gäbe es insgesamt genug Mieter, mit denen wir die kleineren Ladenlokale füllen könnten", betonte Panteleit. Aber ein Partner, der die Rolle eines Aushängeschildes für "My Urban Outlet" übernehmen könnte, sei abgesprungen. Fieberhaft suche Investor Claudius Meyer nach Lösungen, die zur Situation in Solingen passten, sagte Panteleit. Bis dahin wird das Areal um den Mühlenplatz weiterhin wohl eher wie eine Geisterstadt anmuten - schließlich mussten viele langjährige Mieter die Räume inzwischen verlassen. Sie passten schlicht nicht in das Konzept des neuen Einkaufszentrums, das einen Mix aus reduzierter Markenware und gastronomischen Angeboten beinhalten soll.

"Vielleicht wäre es doch klüger gewesen, Fachgeschäfte erst einmal dort zu belassen, anstatt die Verträge zu kündigen", gab Bezirksbürgermeister Richard Schmidt (SPD) zu Bedenken - und erntete fraktionsübergreifend Zustimmung.

Kopfzerbrechen bereiten Bürgern und Politik weiterhin die Leerstände an der Hauptstraße. Aber der Referent sendete auch Aufbruchssignale aus: Für das ehemalige Quelle-Kaufhaus im unteren Abschnitt der Fußgängerzone habe sich inzwischen eine vielversprechende Lösung gefunden, berichtete Panteleit: Ein Start-Up-Unternehmen, das sich mit digitaler Beschilderung befasst, nimmt dort gerade seine Arbeit auf - und muss für das nächste halbe Jahr keine Miete zahlen.

Das ist das Ergebnis eines Wettbewerbs, mit dem hochwertige Mieter für leerstehende Immobilien gefunden werden sollten. Bereits seit einem Monat angesiedelt sind im gleichen Haus das Unternehmen "Gastroprojekt" sowie ein Jurist und ein Steuerberater. Zudem gebe es zwischen Immobilienbesitzern Gespräche, Ladenflächen zusammenzulegen. Das Ziel sei es, aus der unteren Hauptstraße eine kleine "Gastronomie-Meile" zu machen, erklärt Panteleit.

Und sogar bei der seit mehreren Jahren leerstehenden Immobilie, in der einst das Modehaus Appelrath-Cüpper seine Kunden begrüßte, gebe es nach einer langen Zeit des Stillstandes inzwischen neue Bewegung: "Wir sind eng dran und sehen zu, dass die Räume wieder belebt werden", bekräftigteSiegbert Panteleit.

Mut versuchte er den Zuhörern schließlich auch in Sachen "My Urban Outlet" zu machen: Wenn man lange genug am Ball bleibe, könne sich durchaus eine Lösung ergeben, die besser sei als die ursprüngliche Planung.

Quelle: RP
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