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Solingen
Neues wagen, Tradition bewahren und Zugeständnis an Männer

Solingen. Im großen Saal im Zentrum Frieden duftet es nach Kaffee und frisch gebackenen Kuchen und Torten. Die Tische sind alle voll besetzt - fast ausschließlich mit Frauen. Denn hier wird das Jubiläum des DHB - Netzwerk Haushalt Solingen gefeiert. "Im Jahr 1954 wurde der Verein gegründet und im Jahr 1955 ins Vereinsregister eingetragen", erklärt Evelyn Broch. Sie ist, gemeinsam mit Heidi Wolff und Dörte Schattling, eine der drei gleichberechtigten Vorsitzenden des Ortsvereins. Von Sandra Grünwald

Bis 2009 hieß er noch "Deutscher Hausfrauen Bund", doch durch die Entwicklungen im Laufe der Zeit wurde eine Namensänderung notwendig. "Die Zahl der Vollzeithausfrauen geht kontinuierlich zurück", sagt Elke Wieczorek, Vorsitzende des Landesverbandes Rheinland und stellvertretende Präsidentin des Bundesverbandes, in ihrem Grußwort. Die Umbenennung in "DHB - Netzwerk Haushalt" war ein Zugeständnis an die Männer, die inzwischen ebenfalls im Verein mitarbeiten. Die Rollenverteilung in den Familien hat sich in den letzten Jahrzehnten stark verändert, für Männer sind bügeln, putzen und kochen keine Fremdwörter mehr. In den 60 Jahren seines Bestehens hat der Ortsverein in Solingen ein vielfältiges Angebot auf die Beine gestellt. "Wir möchten vielwertig für jeden Interessierten etwas anbieten", betont Evelyn Broch. So geht eine Gruppe regelmäßig wandern, zwei weitere Gruppen machen Gymnastik.

Schon seit vielen Jahren hat der DHB Solingen die Patenschaft für das Kräuterbeet im Botanischen Garten übernommen. Es wird gekocht, und welch schöne Dinge in der Kreativ-Gruppe entstehen, konnte gleich vor Ort bewundert werden, denn die hübschen gelben Rosen der Tischdekoration wurden vom Kreativ-Kreis gestaltet. Tagesfahrten und Mehrtagesfahrten werden organisiert und unter dem Motto "Kunst und Kultur" regelmäßige Fahrten in die Museen der Umgebung unternommen. "Wir haben auch schon Busfahrt-Training gemacht", sagt Broch, "außerdem beteiligen wir uns am Familientag für Behinderte und Nichtbehinderte." Zu den monatlichen Mitgliederversammlungen werden Referenten eingeladen, die Vorträge zum Beispiel über "Technik im Alter" halten. Jeden zweiten Montag im Monat wird zum Gesprächskreis eingeladen. Dann geht es um "Ärztliche Zusatzleistungen", "Wohnen im Alter" oder um den Humor von Kurt Tucholsky.

Netzwerkarbeit mit der Verbraucherzentrale oder dem Türkischen Frauengesprächskreis gehört ebenfalls dazu. Und den Flüchtlingen stehen die Türen offen. "Wir bieten Gesellschaft und Gemeinschaft", so Broch. "DHB - Netzwerk Haushalt" möchte ein Zeichen setzen, wie Elke Wieczorek betont: "Wir wagen das Neue, aber wir wollen auch die Tradition bewahren."

Quelle: RP
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