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Solingen
Neues Werkzeug für die kreative Arbeit

Solingen: Neues Werkzeug für die kreative Arbeit
Schüler der Alexander-Coppel-Gesamtschule sammeln Drehverschlüsse gegen Polio. FOTO: Kempner, Martin (mak)
Solingen. Dank einer Spende des Lions Hilfswerks konnte die Jugendhilfe-Werkstatt ein Plasmaschneidgerät für Metallarbeiten anschaffen. Von Alexander Riedel

Don Quichotte grüßt den Gast von der Mauer herab, neben ihm stehen Vögel und Insekten - die Bandbreite an Kunstwerken aus Metall, die in der Jugendhilfe-Werkstatt an der Brucknerstraße entstanden sind, ist beeindruckend. Dazu zählen auch wichtige Anlaufpunkte wie das Sinti-Mahnmal an der Korkenziehertrasse oder das von Spendenringen eingerahmte Mahnmal gegen Ausländerfeindlichkeit vor dem Mildred-Scheel-Berufskolleg, das Jugendliche der Werkstatt nach dem Brandanschlag von 1993 erschufen.

Doch für kreative Arbeiten braucht es auch die richtige Ausrüstung: Als das alte Plasmaschneidgerät nach 27 Jahren die Arbeit eingestellt hatte, musste Ersatz her. "Ohne so ein Gerät Metall zu bearbeiten, wäre, als hätte ein Arzt keine Spritze", sagt Werkstattleiter Heinz Siering. Unterstützung fand er beim Lions-Hilfswerk. Das ermöglichte die wichtige Neuanschaffung mit einer Spende in Höhe von 1800 Euro. Den Scheck überreichte Dr. Richard Sonnenschein, der als Activity-Beauftragter seit fünf Jahren das soziale Engagement der Lions koordiniert und aus vielen Anfragen die sinnvollsten Spendenzwecke herausfiltert.

Teamarbeit: In der Jugendhilfewerkstatt an der Brucknerstraße probierten Cenan, Heinz Siering, Mohamed, Dr. Richard Sonnenschein und Munir (v.l.) das neue Plasmaschneidgerät aus. FOTO: Martin Kempner

Mit dem Hilfsmittel arbeiten Jugendliche verschiedener Nationalitäten in der Werkstatt. Deren Ziel ist es, Jungen und Mädchen aus sozial benachteiligten Familien ohne Abschluss wieder eine Perspektive zu geben und ihnen den Einstieg ins Berufsleben zu ermöglichen. Sie sollen handwerkliche Fertigkeiten erlangen, ihren Hauptschulabschluss nachholen und schließlich in eine Ausbildung weitervermittelt werden. Doch Siering sieht im gemeinsamen Arbeiten der Jugendlichen mit unterschiedlichen Hintergründen auch einen wichtigen Beitrag zur Integration. "Ganz gleich, ob Pole, Deutscher, Serbe oder Afrikaner - man wird hier als guter Schweißer respektiert." Einer seiner Schützlinge habe durch die Zusammenarbeit mit den Kollegen die deutsche Sprache erlernt, berichtet Siering. Finanziert wird die Einrichtung durch Mittel des Landschaftsverbands Rheinland und der Stadt. Geld aus dem europäischen Sozialfonds steht hingegen für den wichtigen Förderunterricht seit dem vergangenen Sommer nicht mehr zur Verfügung, wie Siering mit Bedauern sagt. Umso mehr freut sich der Leiter der Werkstatt über Spenden wie die des Lions Hilfswerks. Für Dr. Richard Sonnenschein hatten die jungen Handwerker auch ein metallenes Dankeschön parat: Eine Ginkgo-Pflanze mit einem Herz im Inneren. Andere Exemplare dieser speziellen Kreation sollen die geladenen Gäste des ersten Flüchtlingsfestes in der Jugendhilfe-Werkstatt am 20. Dezember erhalten.

Quelle: RP
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