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Bastian Rutschmann (Bergischer HC)
Neuzugang in Verein und Familie

Bastian Rutschmann (Bergischer HC): Neuzugang in Verein und Familie
FOTO: Bastian Rutschmann
Solingen. Bastian Rutschmanns Jahr war turbulent: Der Handballer wechselte zum Zweitligisten Bergischer HC und ist Vater geworden. Von Verena Kensbock

Mit 34 Jahren als werdender Vater trifft man die Entscheidung für einen neuen Job und den Umzug in eine andere Stadt nicht mehr alleine. Also schlug der Profi-Handballer Bastian Rutschmann das Angebot eines Vereins aus Lissabon aus und zog nach Wuppertal, um für den Bergischen HC zu spielen.

Seit Juli steht er nun für die Löwen im Tor. Für den 34-Jährigen aus Baden-Württemberg war das ein Wechsel in ein neues Bundesland, ein neues Team, eine neue Liga. Bis dahin hatte er den BHC vor allem als Gegner kennengelernt, war für Spiele schon häufig in Solingen und Wuppertal. Nun ist das Bergische Land sein neues Zuhause.

FOTO: Frank Scheuring / Imago

"An das Wetter werde ich mich nie gewöhnen können", sagt der gebürtige Karlsruher und lacht. "In den letzten Monaten hat es schon verdammt viel geregnet." Aber das spielt nur eine untergeordnete Rolle. Seine Partnerin kommt aus Bielefeld. Ihr hatte er versprochen, einen Verein zu suchen, der näher an ihrer Heimat liegt. Und diese Entscheidung war für Rutschmann als Sportler genau richtig. "Ich bin begeistert, wie professionell hier gearbeitet wird und wie ich als Fremder aufgenommen wurde", sagt er. "Die Leute sind sehr offen." Das sei nicht selbstverständlich."

Ein großer Unterschied sei natürlich, dass er nicht mehr wie beim Frisch Auf Göppingen im Handball-Oberhaus spielt. Der BHC war in der vergangenen Saison in die Zweite Liga abgestiegen. "Aber der Trainingsumfang und der Einsatz entsprechen einer Erstliga-Mannschaft", sagt Rutschmann.

Ganz unterschiedliche Charaktere gebe es in dem Team. Keiner seiner Mannschaftskollegen sehe sich als Star. Er selbst gehöre zu den erfahreneren Spielern, stand bei seinem letzten Spiel 60 Minuten auf dem Feld. "Ich bin jemand, der den Mund aufmacht und auch mal impulsiv ist", sagt er.

Umso schwieriger war es für den Torhüter, sieben Wochen lang nicht trainieren und mithelfen zu können. Beim Training hatte ihm ein Torwartkollege auf die Hand geschlagen und dabei den Zeigefinger der linken Hand gebrochen. Es folgten zwei Operationen und eine fast zweimonatige Pause.

"Ich hatte zum Glück gute Ablenkung", sagt der Handballer gelassen und lächelt. Am 11. Oktober kam sein Sohn Luis zur Welt. Für Rutschmann und seine Partnerin Linda Vocke war das eine komplette Umstellung. "Der Kleine bestimmt alles. Zum Glück ist er ein richtiges Anfänger-Kind, er weint wenig und schläft lange", sagt Rutschmann und lacht. "Wir versuchen, unser Leben trotzdem so weiterzuführen wie zuvor." Darum geht es für die kleine Familie im Winter auch zum Skifahren in die Berge und im Sommer kommenden Jahres für vier Wochen Urlaub nach Australien.

Rutschmann glaubt, dass auch sein Sohn irgendwann seinen Weg in den Sport finden wird. "Meine Partnerin und ich fahren beide Ski und spielen Tennis. Da will der Kleine bestimmt auch mitmachen", sagt er. Wenn sein Sohn irgendwann auf die Idee kommen sollte, wie sein Vater Profisportler zu werden, will er ihm keine Steine in den Weg legen. "Ich lasse ihm alle Freiheiten. Aber eine Ausbildung oder ein Studium soll er trotzdem machen", sagt Rutschmann, der selbst Diplom-Betriebswirt ist.

Als Profisportler könne Rutschmann momentan gut das Familienleben mit dem täglichen Training verbinden. Doch an Weihnachten wird Rutschmann kaum Ruhe haben. An Heiligabend werden die frisch gebackenen Großeltern zu dem Paar nach Wuppertal kommen. Am ersten Weihnachtsfeiertag muss Bastian Rutschmann aber schon wieder zum Training in die Halle.

Sportlich ist sein Plan für 2018, die Saison so weiterzuspielen, wie sie bisher läuft. "Das ist für uns alle in der Mannschaft das absolut wichtigste Ziel." Doch seine Prioritäten haben sich ein wenig verschoben, seine kleine Familie ist jetzt in den Vordergrund gerückt. "Gesund bleiben und dem Kleinen beim Großwerden zusehen, ist momentan das Wichtigste fürs kommende Jahr." Seine Leidenschaft für den Handball wird aber nie nachlassen.

Quelle: RP
 
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