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Solingen
Notfallseelsorge: Ehrenamtliche sollen Pfarrer ersetzen

Solingen. Frühjahrssynode des Evangelischen Kirchenkreises tagt in Ketzberg und befasst sich mit der Zukunft kirchlicher Aufgaben in der Stadt. Von Günter Tewes

Es geht um die Zukunft der kirchlichen Aufgaben in der Stadt. Wie viel kann davon noch gestemmt werden angesichts von immer weniger Pfarrern. Dieses Diskussionsthema stand bereits zu Beginn der Frühjahrstagung der Synode des Evangelischen Kirchenkreises in der Gemeinde Ketzberg gestern Abend auf dem Programm - mit dem Referat von Kirchenrat Volker König, Leiter des Dezernats "Politik und Kommunikation" im Landeskirchenamt der Evangelischen Kirche im Rheinland.

Denkrichtung ist, dass bei den Aufgaben, die die Kirche zukünftig in der Stadt übernimmt, besonders Bereiche im Blickpunkt stehen, die in gemeindeübergreifender Verantwortung durch den Kirchenkreis erfolgen wie zum Beispiel die Seelsorge an Menschen in den Krankenhäusern oder bei Notfällen oder die öffentliche Kommunikation.

Mit dieser Debatte will der Kirchenkreis weiter an einer zukunftsfähigen Aufstellung der zehn Gemeinden in Solingen für die Zeit nach 2020 arbeiten, teilt Pfarrer Thomas Förster mit. Die Synode wird am heutigen Samstag im Ketzberger Gemeindezentrum an der Tersteegenstraße fortgesetzt. Ein wichtiges Thema wird dabei die Weiterentwicklung der Notfallseelsorge sein.

In einem Beschlussvorschlag empfiehlt der Kreissynodalvorstand, durch die Gewinnung und Ausbildung ehrenamtlich Notfallseelsorgender eine zweite Säule für den Bereitschaftsdienst aufzubauen.

Seit mehr als 15 Jahren wird der Bereitschaftsdienst der Notfallseelsorge rund um die Uhr vor allem durch die Pfarrer der Evangelischen Kirche in Solingen aufrechterhalten. Unterstützt werden sie dabei durch einzelne Mitarbeitende aus der Beratungsarbeit des Diakonischen Werks und aus dem Katholischen Dekanat. Da die Zahl der Pfarrer in Zukunft in der gesamten Evangelischen Kirche im Rheinland kontinuierlich sinken wird, müssen weitere Mitarbeitende gewonnen werden, um den Fortbestand eines uneingeschränkten Bereitschaftsdienstes zu sichern.

In Solingen wird sich die Zahl der Pfarrstellen langfristig jedenfalls halbieren. So sieht die Planung der Evangelischen Kirche im Rheinland für den hiesigen Kirchenkreis beim Pfarrdienst im Jahr 2030 nur noch nahezu 13 statt derzeit insgesamt mehr als 26 Pfarrstellen vor.

Weitere Themen der Synode sind unter anderem das Programm für das Reformationsjubiläum 2017 und die turnusmäßigen Wahlen zu fast allen Gremien des Kirchenkreises. Wie immer alle vier Jahre werden auf der ersten Synodaltagung der neu zusammengesetzten Synode nach den Presbyteriumswahlen die Fachausschüsse und Beiräte der Synode neu gewählt. Auf der nächsten Synode im Herbst steht dann auch die Hälfte der Plätze im Kreissynodalvorstand zur Wahl.

Quelle: RP
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