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Solingen
Notschlafstelle kommt an ihre Grenzen

Solingen. Der Bedarf an Übernachtungsmöglichkeiten für in Not geratene junge Leute ist weiter hoch. Auch in den zurückliegenden Monaten konnten sich die Mitarbeiter der Notschlafstelle "Die 10" über zu weinig Arbeit kaum beklagen. Von Martin Oberpriller

Wie aus dem jetzt veröffentlichten Halbjahresbericht der Einrichtung für Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene hervorgeht, waren die Plätze für unter 18-Jährige in dem Schutzort mit der postalischen Anschrift Hermannstraße 10 während der ersten sechs Monate 2016 durchgehend belegt.


Aktuell leben der "10" sechs Minderjährige, wobei die jüngste Bewohnerin laut Bericht des Fördervereins für die Notschlafstelle ein 14 Jahre altes Mädchen ist. Insgesamt nahmen im laufenden Jahr elf Jugendliche unter 18 Jahren das Angebot der Notschlafstelle wahr, die seit 1989 besteht.


Dabei stößt die Einrichtung inzwischen durchaus an die Grenzen ihrer Kapazität. "Im Minderjährigen-Bereich könnte die Anzahl der vorhandenen Plätze zeitweise höher sein", heißt es in dem Halbjahresbericht.

Denn obwohl zuletzt nur noch in Ausnahmefällen Jugendliche aus anderen Städten aufgenommen wurden, wird es in der "10" bisweilen immer wieder eng.


Zurzeit wird in Solingen an einem neuen Konzept der Inobhutnahme gearbeitet, durch das eine ausreichende Zahl von Notplätzen für Kinder und Jugendliche sichergestellt werden soll. An der Hermannstraße wäre eine Aufstockung solcher Plätze indes nur mittels eines "erneuten Umbaus der Räumlichkeiten möglich", stellte der Förderverein jetzt klar.

Der Grund: Minderjährige und Volljährige müssen getrennt bleiben, so dass nicht auf freie Plätze im Volljährigenbereich zurückgegriffen werden kann.

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