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Solingen
NRW-Umweltministerium: zu viel Schwermetall in der Wupper

Solingen: NRW-Umweltministerium: zu viel Schwermetall in der Wupper
Wupperidylle, doch der Schein trügt. So gesund ist das Gewässer nun auch wieder nicht, meint das NRW-Umweltministerium. FOTO: Ralf Schilling
Solingen. Die Fließgewässer in NRW sind nach wie vor in keinem ökologisch guten Zustand. Lediglich sechs Prozent der untersuchten 137 50 Gewässerkilometer verfügen über ein intaktes Ökosystem. 94 Prozent sind in einem mäßigen bis schlechten ökologischen Zustand. Von Peter Korn

Zu diesem Ergebnis kommt eine Zustandsbeschreibung des NRW-Umweltministeriums im Rahmen der neuen Ministeriumsbroschüre "Lebendige Gewässer in Nordrhein-Westfalen".

Die hat sich in einem Kapitel auch der Wupper gewidmet - mit einem Ergebnis, das nachdenklich macht: Denn demnach ist die Wasserqualität noch nicht überall ausreichend gut. Die Belastung mit biologisch abbaubaren Stoffen (Saprobie), sei zwar schon bei rund 95 Prozent der Wasserkörper im grünen Bereich. Besonders im Unterlauf der Wupper - also gerade im Bereich Leichlingen und Leverkusen - würden allerdings Schwermetalle, Arzneimittelwirkstoffe und Industriechemikalien in zu hohen Konzentrationen auftreten, heißt es da.

Hauptbelastungsquellen sind dem Ministerium zufolge neben den Kläranlagenabläufen auch die Regenwasserkanäle: "Aufgrund des hohen Versiegelungsgrades werden aus diesen Kanälen oft Schadstoffe und schlammiges Material von den Straßen in die Gewässer gespült. Und wenn bei starkem Regen große Wassermengen in die Gewässer geleitet werden, reißen sie viele am Gewässergrund lebende Tiere und Pflanzen fort", heißt es da.

"Wir wollen mehr lebendige Gewässer schaffen. Wir brauchen dringend mehr intakte Lebensräume am und im Wasser", fordert NRW-Umweltminister Johannes Remmel (Grüne). Gewässer sollten demnach nicht nur sauber, sondern auch naturnah sein. Darum geht es in der neuen Ministeriumsbroschüre.

Bäche und Flüsse seien Lebensräume für viele Tier- und Pflanzenarten. Doch dieses wilde NRW ist Remmel zufolge bedroht: "Fast die Hälfte der heimischen Arten steht auf der Roten Liste. Dieser Entwicklung will die Landesregierung entgegenwirken", sagt er. Natürliche und naturnahe Bäche und Flüsse seien ein wichtiger Baustein "in unserer Strategie zum Erhalt unserer biologischen Vielfalt".

Ein paar gute Nachrichten gibt es für den Unterlauf der Wupper allerdings auch: Zur Verringerung der Einflüsse aus der Kanalisation haben viele Kommunen dem Ministerium zufolge bereits Regenwasserrückhaltungen und -behandlungsanlagen geschaffen; weitere sind für die nächsten Jahre vorgesehen.

Es gibt also noch Hoffnung für die Wupper.

Quelle: RP
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