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Solingen
NRW-Verdienstorden für Mevlüde Genç

Solingen. Der 29. Mai 1993 veränderte das Leben von Mevlüde Genç grundlegend. An diesem Tag verlor sie bei einem Brandanschlag auf ihr Wohnhaus fünf Familienmitglieder. Die fremdenfeindlich motivierte Tat, verübt von vier jungen Deutschen, nahm ihr zwei Töchter, zwei Enkelkinder und eine Nichte. Weitere Familienmitglieder erlitten schwere Verletzungen. Der Anschlag rief überall Entsetzen hervor, gleichwohl machte Mevlüde Genç unmittelbar nach der Tat in einem Friedensappell deutlich: Nur gegenseitiger Respekt und gegenseitige Wertschätzung können verhindern, dass so etwas noch einmal geschieht.

Trotz des Anschlags blieb die Familie Genç in Solingen, 1995 nahm Mevlüde Genç auch die deutsche Staatsbürgerschaft an "und setzte damit ein Zeichen für das friedliche Zusammenleben in unseren Land", sagte gestern NRW-Ministerpräsidentin Hannelore Kraft bei der Verleihung des Verdienstordens des Landes NRW an Mevlüde Genç. Sie habe niemals von Vergeltung gesprochen oder Verbitterung gezeigt. Kraft: "Mevlüde Genç ist eine starke Stimme gegen Fremdenfeindlichkeit geworden, die jene zum Schweigen bringt, die noch immer und immer wieder Intoleranz und Hasse verbreiten wollen."

(uwv)
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