| 00.00 Uhr

Solingen
O-Quartier: Minister lädt zu Krisengipfel ein

Solingen: O-Quartier: Minister lädt zu Krisengipfel ein
Minister Michael Groschek (r.) fand im Beisein von SPD-Chef Josef Neumann (l.) und OB-Kandidat Tim Kurzbach klare Worte an die Adresse des Investors. FOTO: Köhlen
Solingen. Bauminister Groschek macht bei einem Besuch in Ohligs Druck auf O-Quartier-Investor: Rechtliche Schritte möglich. Von Alexander Riedel

Kaum hatte er das Auto gegenüber der großen Baustelle an der Aachener Straße verlassen, verschaffte sich der Gast einen ersten Eindruck von der Stimmungslage. "Wie gefällt Ihnen Ohligs?", fragte Michael Groschek (SPD) eine Passantin. "Eigentlich gut, aber das Einkaufen müsste besser sein", antwortete die Frau dem NRW-Minister für Bauen, Wohnen, Stadtentwicklung und Verkehr - und brachte damit ein Kernproblem des Stadtteils auf den Punkt.

Auf Einladung der Solinger SPD war der Landespolitiker am Samstag nach Ohligs gekommen, um zusammen mit dem sozialdemokratischen OB-Kandidaten Tim Kurzbach sowie Solingens SPD-Chef Josef Neumann die Entwicklung des Standortes unter die Lupe zu nehmen. Besonderes Augenmerk lag dabei auf dem O-Quartier: Während die Bauarbeiten am Olbo-Park mit seinen 86 Wohneinheiten in vollem Gange sind, türmt sich in direkter Nachbarschaft ein Schuttberg neben einer Ruine auf. "Das ist ein Trauerspiel, das auf unbestimmte Zeit andauert", kommentierte Rechtsanwalt Dr. Jörg Wacker vom Verein "Ohligser Jongens" den fehlenden Fortschritt am geplanten Einkaufszentrum auf dem Areal, das die Bayreuther Investorengruppe Graf von Thun und Hohenstein Veit 2007 erworben hatte.

Die Gesprächspartner des Ministers berichteten vom fehlenden Rückkaufsrecht der Stadt und der Ungewissheit: Solange es keine Klarheit gebe, werde sich auch der dringend benötigte Vollsortimenter nicht am Markt ansiedeln, sagten Bürger. Die abgeflossene Kaufkraft mache sich längst durch Umsatzeinbrüche bemerkbar. Dass viele Ohligser inzwischen von dem Einkaufszentrum abgerückt seien und Wohnbebauung mit Gastronomie bevorzugten, betonte Michael Vermöhlen. "Wir brauchen Planungssicherheit", bekräftigte Frauke Pohlmann von der Ohligser Werbe- und Interessengemeinschaft.

Auch die Geschäftsführerin der Investorengruppe, Dr. Jeannine Gräfin von Thun und Hohenstein Veit, war zum Ministerbesuch eingeladen worden, hatte aber abgesagt. Groschek machte den Ohligsern dennoch Hoffnung auf ein baldiges Gespräch. Er kündigte an, alle Beteiligten zu einem Termin nach Düsseldorf einzuladen. Gleichzeitig müsse die Einleitung von ordnungsrechtlichen Schritten gegen die Investorin geprüft werden, sagte Groschek: "Wir müssen den Gordischen Knoten zerschlagen."

Quelle: RP
Diskussion
Ihre Meinung zum Thema ist gefragt

Schreiben Sie jetzt Ihre Meinung zu:

Solingen: O-Quartier: Minister lädt zu Krisengipfel ein


Beachten Sie dabei bitte unsere Regeln für Leserkommentare.