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Solingen
OB-Kandidaten stellen sich Fragen der Wirtschaft

Solingen: OB-Kandidaten stellen sich Fragen der Wirtschaft
Tim Kurzbach, Frank Feller, Friedhelm Funk und Hakan Canik (v.l) diskutierten gestern bei der IHK über die wirtschaftliche Zukunft der Stadt. FOTO: S. Köhlen
Solingen. Bei einer IHK-Podiumsdiskussion standen die Themen Ansiedlung, Bildung, Steuern und Flüchtlinge im Zentrum. Von Martin Oberpriller

In der Geschäftsstelle der Industrie- und Handelskammer (IHK) an der Kölner Straße herrschte eine Atmosphäre gespannter Erwartung. Mit Tim Kurzbach (SPD), Frank Feller (CDU) sowie den parteilosen Bewerbern Friedhelm Funk und Hakan Canik waren gestern Nachmittag gleich vier der insgesamt fünf Solinger OB-Kandidaten der Einladung der IHK zu einer Podiumsdiskussion gefolgt (nur Wolfgang "Coco" Täuber blieb der Veranstaltung fern). Doch wer unter den etwa 80 Zuhörern rund eineinhalb Wochen vor der Oberbürgermeisterwahl auf eine hitzige Diskussion der Kontrahenten gesetzt hatte, sah sich am Ende enttäuscht. Denn angesichts der Probleme, vor denen die Stadt in den kommenden Jahren stehen dürfte, übten sich die Kandidaten großteils in Zurückhaltung, wenn es darum ging, Patentrezepte zu präsentieren.

Einigkeit herrschte vielmehr darin, dass der Wirtschaftsstandort Solingen gleich eine ganze Reihe von Herausforderungen zu bewältigen hat. Stichwort Unternehmensansiedlung: In diesem Punkt sprachen sich sowohl Tim Kurbach als auch Frank Feller dafür aus, bereits bestehende Flächen in Zukunft besser zu nutzen. "Wir müssen das Rasspe-Areal reaktivieren", sagte beispielsweise Sozialdemokrat Kurzbach, während CDU-Mann Feller betonte, mit ihm als OB werde es keine Ausweisung neuer Gewerbegebiete um jeden Preis geben. Feller: "Enteignungen sind mit mir nicht zu machen."

Und auch in Fragen der Bildung gab es Gemeinsamkeiten. Unstrittig war unter allen vier Kandidaten, dass in die Schulen investiert werden müsse. Allein bei der Prioritätensetzung kamen Unterschiede zum Vorschein. So präferierte Kurzbach zum Beispiel mögliche "Neubauten von Schulen", während Feller sein Augenmerk mehr auf die technische Ausstattung von Klassen legte.

Klar war überdies, dass auf Solingen zusätzliche Sparanstrengungen zukommen - zumal mit einer wahrscheinlich weiter steigenden Zahl von Flüchtlingen die Belastungen für die Stadt noch zunehmen dürften. Friedhelm Funk sprach sich in diesem Zusammenhang dafür aus, die Verwaltung auf Kernaufgaben zu beschränken. Hakan Canik forderte hingegen mehr Engagement vom Bund. Eine Lösung, die auch Tim Kurzbach und Frank Feller sicher gerne sähen. Den für beide wäre eine Anhebung der Gewerbesteuer die denkbar schlechteste Alternative. Dies könne nur eine "Ultima ratio" sein, sagte beispielsweise Kurzbach.

Quelle: RP
 
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