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Solingen
Oberbürgermeister bietet dem Sport einen Pakt an

Solingen. Rund 200 Gäste - unter ihnen Schulministerin Sylvia Löhrmann - waren gestern Morgen zum Sportempfang des Solinger Sportbundes (SSB) in die Hauptgeschäftsstelle der Stadt-Sparkasse gekommen. Sie wurden dabei Zeuge eines starken Wortbeitrages von SSB-Präsident Hartmut Lemmer zum Umgang mit Flüchtlingen und des Angebotes von Oberbürgermeister Tim Kurzbach für einen "Pakt für den Sport".

Zunächst Lemmer: "Es gehört zu unserer Willkommenkultur, dass wir uns um Flüchtlinge kümmern. Da müssen wir Sport, Bewegung in den Alltag bringen, uns als Vereine engagieren und für die, die länger bleiben, Integrationshilfen leisten mit längerfristigen Angeboten. Das ist eine gesamtgesellschaftliche Verantwortung - auch, dass wir bei Maulhelden immer wieder in die Diskussion gehen." Dann warb Lemmer dafür, dass man "mit einer Spende von nur 500 Euro" dem SSB einen Übungsleiter für ein ganzes Jahr sichern könne. "Spenden Sie an den Sportbund, dann können wir dafür sorgen, dass Übungsleiter in die Unterkünfte gehen und Flüchtlinge nicht nur willkommen heißen, sondern sie auch integrieren." Die Stadtsparkasse ging mit gutem Beispiel voran und spendete zunächst Fußbälle für Flüchtlinge.

Dann war Kurzbach an der Reihe: "Wenn wir schon einmal hier sind - 500 Euro waren das ? Haben wir die EC-Karte dabei, Herr Grunwald ?", wandte sich der Oberbürgermeister an Sparkassen-Chef Stefan Grunwald. "Ja ? Dann 500 Euro ? Zweimal 500 Euro ? Sehr gut. Danke." Die "Aufnahme von Menschen, die vor Krieg und Terror zu uns flüchten", nannte Kurzbach neben dem "großartigen Engagement im Bereich des Behindertensports" in der Stadt als zentrales Thema seiner Rede. "Es gibt da einen 13-jährigen Jungen, der mir nicht mehr aus dem Kopf geht. Er hat im Bombenhagel von Aleppo seine Mutter und Schwester verloren und ist hier nur mit einem Handy und einem Fußball hingekommen. Er guckt jede halbe Stunde auf das Handy, auch nachts, um zu erfahren, was mit seiner Mutter und seiner Schwester ist. Diesem Jungen kann ich nicht mit Belegungskonzepten kommen. Diesem Jungen müssen wir die Arme ausbreiten und sagen: ,Schön, dass du da bist'. Und wenn dann noch der Fußball dabei ist, sieht man, dass Sport auch in der schlimmsten Situation Lebensfreude bieten kann."

Ein Angebot hatte der OB gleich noch für den SBB dabei: "Ich will nicht derjenige sein, der von oben herab sagt, was für den Sport richtig ist. Deshalb biete ich dem Sportbund einen Pakt für den Sport an. Voraussetzung ist, dass Sie sich eine Struktur geben, die professionell ist, und mit der Sie der Stadt gegenüber als Verhandlungspartner auf Augenhöhe gegenübertreten können." Lemmer konterte: "Du förderst durch fordern. Der Ball liegt jetzt irgendwie bei uns, und wir nehmen ihn gerne auf." Lemmer denkt, im Januar so weit zu sein.

(ame)
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