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Solingen
Couragiert die letzte Ratssitzung geleitet

Oberbürgermeisterwahl Solingen: Norbert Feith leitet letzte Ratssitzung
FOTO: Köhlen, Stephan (TEPH)
Solingen. Mit Blumen und Applaus wurde Oberbürgermeister Norbert Feith in seiner letzten Ratssitzung verabschiedet. Eine Sitzung, die die der 57-Jährige angesichts rechtspopulistischer Zwischenrufe souverän gemeistert hat. Von Günter Tewes

Politisch ist die Einigkeit gewahrt: Gleich prächtig sind die Blumensträuße, die die Fraktionsvorsitzenden von CDU und SPD, Jan Welzel und Tim Kurzbach, einem sichtlich gerührten Norbert Feith nach fünfstündiger Debatte überreichten.

"Das war sie nun - die letzte Ratssitzung für den Oberbürgermeister", sagte Ernst-Lauterjung. Der Erste Bürgermeister dankte dem scheidenden OB im Namen der Solinger und wünschte ihm für die Zukunft alles Gute: "Norbert Feith ist ein junger, vitaler Mann, der einen neuen Lebensabschnitt wagt." Der 57-Jährige bleibt aber nach der Wahl seines Nachfolgers zunächst noch im Amt. Am 20. Oktober, kündigte Feith im Stadtrat an, will er sich dann persönlich von all den Menschen, Vereinen und Institutionen verabschieden.

Die Ratspolitiker würdigten den scheidenden Stadtchef indes am Donnerstag in seiner letzten Ratssitzung mit stehenden Ovationen. Entspannt, wie man ihn in der politischen Diskussion nicht immer erlebt hat, und vor allem höchst souverän leitete Feith die Debatte im Konzertsaal, die auch seine Frau und seine Tochter verfolgten.

Ein Kernelement der Demokratie ist der Konflikt, hob Bürgermeister Lauterjung in der Laudatio auf Norbert Feith hervor. Insofern gehöre Streitkultur dazu: "Politik muss aber menschlich bleiben." Mit Ehrgeiz, Mut, Zielstrebigkeit und Ausdauer hat Feith die Charaktereigenschaften eines Leistungssportlers. Der SPD-Politiker bescheinigte dies dem CDU-Mann Feith: "Er hat sich in allen Lebenslagen als echter Sportsmann gezeigt." Für die Erweiterung des Klingenbades sei er eingetreten, und auch beim Sponsorenschwimmen in Badehose habe Feith "bella figura" bewiesen.

Weiterentwicklung der Bergischen Entwicklungsagentur, Job-Center in kommunaler Hand, die schwierigen Verhandlungen um das Zentrum für verfolgte Künste, die Neubelebung von Schloss Burg - dies sind nach Lauterjungs Worten Themen, die unter anderem mit Oberbürgermeister Feith verbunden werden. Nachhaltig sein, ist Lauterjung überzeugt, wird das, was Feith im Konsens mit der Mehrheit im Rat umgesetzt hat: der Rückkauf der MVV-Stadtwerke-Anteile oder die vierte Gesamtschule.

Was in Erinnerung bleiben wird, ist aber gewiss auch Norbert Feiths couragiertes Einschreiten in seiner letzten Ratssitzung gegenüber einzelnen rechts-populistischen Zwischenrufern auf den Besucherstühlen, die während der Aussprache zur Flüchtlingssituation in Solingen bewusst provozieren wollten. Feith unterbrach die Sitzung, ging auf die Zwischenrufer zu, stellte sich jedem Einzelnen gegenüber. Was er ihnen persönlich ins Gesicht sagte, hat Wirkung gezeigt. Die Debatte der Ratspolitiker zu dem schwierigen Thema wurde fortgesetzt. Es hat keinen einzigen Zwischenruf mehr gegeben.

Quelle: RP
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