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10 Jahre Regionale
Ohligs läutet am Bahnhof die Zukunft ein

10 Jahre Regionale: Ohligs läutet am Bahnhof die Zukunft ein
Vor der Umgestaltung im Zuge der Regionale 2006 wirkte der Busbahnhof in Ohligs noch wie ein großer Garagenhof. Der wichtige Platz im Zentrums des Stadtteils erfüllte eine reine Zweckbindung. FOTO: Martin Kempner
Solingen. Solingen hat die Riesenchance des millionenschweren Landesförderprogramms genutzt und vom Südpark bis zur Korkenziehertrasse zahlreiche Projekte umgesetzt. Dazu gehört der Busbahnhof in Ohligs, den wir zum Auftakt vorstellen. Von Günter Tewes

Was eine Neugestaltung alles verändern kann? Einladend wirkt der Begrüßungsschriftzug heute auf dem Vorplatz am Solinger Hauptbahnhof. "Willkommen in Solingen" - die großen, roten Buchstaben hätten sich Anfang der 2000er Jahre noch mitten auf den Busspuren befunden. Damals floss der Verkehr unmittelbar über die Kieler Straße an den Gleisen in Ohligs entlang, teilte den viel zu kleinen Bahnhofsvorplatz vom Busbahnhof. Und die Verbindung in die Düsseldorfer Straße mit der Ohligser Einkaufs-Fußgängerzone war nicht entsprechend gefasst.

Zudem reihten sich die Busse quasi wie auf einem großen Garagenhof an den Haltestellen auf. Ähnlich wie der Graf-Wilhelm-Platz erfüllte auch der Busbahnhof in Ohligs eine reine Zweckbindung ohne modernen gestalterischen Anspruch. Dies sieht inzwischen ganz anders aus, wie Anke Klink mit Blick auf die Umgestaltung am Hauptbahnhof betont. Als Projektleiterin bei der Stadt hatte sie den Bau des neuen Busbahnhofs umgesetzt.

2009 wurde dieser offiziell eröffnet - als letztes Projekt der Regionale 2006. Das große Landesförderprogramm, in dessen Zuge unter anderem auch die Korkenziehertrasse, der Südpark mit dem Forum Produktdesign und den Künstlerateliers in den alten Güterhallen gestemmt werden konnten, war eine Riesenchance für die Stadt. "Die Regionale", sagt Stadtdirektor Hartmut Hoferichter, "war eine umfassende Gelegenheit, in wichtige Projekten auch in Mitte und in Ohligs sowie im Verkehrs- und Tourismusbereich den Strukturwandel wirklich voranzubringen."

Zehn Jahre Regionale 2006 - was ist daraus geworden ? Wir stellen die Projekte in einer Serie vor. Finanziell war der Landeszuschuss fürs Bergische Städtedreieck allemal ein Kraftpaket. Immerhin flossen allein in die Solinger Gestaltungsmaßnahmen 55,6 Millionen Euro; zusätzlich profitierte die Klingenstadt noch einmal in Höhe von 15,4 Millionen Euro von Verbundprojekten mit Remscheid und Wuppertal. Dazu zählen vor allem der Brückenpark Müngsten und die Erlebnis-Route Industriekultur.

6,1 Millionen Euro aus dem Regionale-Topf standen für die Neugestaltung am Ohligser Busbahnhof bereit. "Wir haben unsere Planungen dort so umsetzen können", sagt Projektleiterin Anke Klink. Ihr Fazit: "Es funktioniert". Der Platz werde angenommen, die Mosaiksteine würden zusammenpassen. Aus heutiger Sicht würde sie allenfalls eine kleine Veränderung vornehmen: "Es wäre vielleicht besser gewesen, die Taxen gleich in der Nähe des Bahnhofs-Haupteingangs aufzustellen".

Gut 15 000 Fahrgäste nutzen den Busbahnhof in Ohligs täglich zum Ein-, Aus- und Umsteigen. Voraussetzung, um den großen Platz neu zu gestalten, war die Verlagerung des Pkw- beziehungsweise Individualverkehrs auf die Wilhelmstraße. Entstanden ist ähnlich wie am Graf-Wilhelm-Platz in Mitte ein überdachter Mittelbahnsteig.

"Die Dachkonstruktion war uns wichtig - ebenso die Wartehallen im Seitenbereich, die es so vorher nicht gab", erklärt Anke Klink mit Blick auf den verglasten Wetterschutz. Mit dem neuen Taxenplatz nimmt der Busbahnhof eine Fläche von rund 3000 Quadratmetern ein. Auch ein kleiner Stadtteilplatz, umsäumt von einer Hecke und mit einer Pergola, konnte noch geschaffen werden.

Buchstäblich mehr Platz entstand, weil ein alter Rampenzugang in die Unterführung geschlossen wurde. Dafür ist die neue Treppenanlage mit dem Aufzug gekommen, zudem eine vergrößerte Fläche für Fahr- und Motorräder vor dem Hauptbahnhof.

Jemanden kurz aus dem Auto vor dem Haupteingang aussteigen zu lassen - dies ist im Zuge des Umbaus ebenso bedacht worden. Bus, Bahn und Taxi, aber auch Individualverkehr sind nach den Worten von Projektleiterin Klink miteinander verknüpft worden. Zugleich ist das Bahnhofsportal in die Ohligser Fußgängerzone geöffnet worden. "Wir haben den Brunnen auf dem Bremsheyplatz abgebaut und eine Betonbrüstung an der Unterführung entfernt." Weiteres neues Gestaltungselement, so Klink, wurde außerdem eine besondere Beleuchtung.

Apropos Neugestaltung im Zuge der Regionale 2006: Nach zehn Jahren rückt inzwischen die Umgestaltung der Ostseite des Bahnhofs immer sichtbarer in den Blickpunkt, wenngleich man sich dies in Ohligs mitunter schon früher gewünscht hätte. Zu dem neuen Stadtteilkonzept dort gehört das Galileum, für das jetzt der erste Spatenstich erfolgte. Für die Aufwertung des Ausgangs an der Sauerbreystraße mit dem Bahn-Areal und der Grünfläche muss aber zunächst erst noch ein Architektur-Wettbewerb durchgeführt werden.

Quelle: RP
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