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Solingen
Ohligser Jongens helfen dem Vogelpark

Solingen. Im Vogel- und Tierpark leben seit kurzem zwei Mandschurenkraniche. Erst eine Spende der Ohligser Jongens ermöglichte die Anschaffung der beiden Jungtiere, die auf die Namen "Ying" und "Jong" hören sollen Von Alexander Riedel

Kaum hatte die leitende Tierpflegerin Janett Heinrich die Stalltür geöffnet, staksten die beiden neuen Bewohner des Vogelparks recht forsch auf den Waldboden hinaus - und zogen gleich die Beobachter in ihren Bann: Die Mandschurenkraniche "Ying" und "Jong" gehören seit gestern ganz offiziell zu den Attraktionen des Ohligser Tierparks. Eingezogen waren sie zwar bereits vor rund einer Woche, die Pfleger hatten sie aber zunächst noch von der Öffentlichkeit abgeschirmt, damit sie sich besser an die neue Umgebung gewöhnen konnten. "Sie nutzen zunächst auch nur die Hälfte ihrer Außenanlage", erklärt Janett Heinrich. Dort, wo zuvor ein Trauerschwan und Enten gelebt hatten, sollen sich die beiden Neulinge wohlfühlen. Ein Jahr lang hatte es im Vogelpark keine Kraniche gegeben, nachdem die letzten Vertreter der Vogel-Familie gestorben waren. "Kraniche wollten wir unbedingt wiederhaben", erzählt Heinrich. Einzig die diversen Baumaßnahmen, mit denen das Team des Vogelparks die Anlage seit Jahren Schritt für Schritt modernisiert und verschönert, ließen an eine derartige Anschaffung nicht denken.

Nun hat es also doch geklappt - dank einer Spende des Vereins Ohligser Jongens. Dass das sechs Wochen alte Männchen auf den Namen "Jong" hört, ist demnach kein Zufall. Seine Vorfahren sind waschechte Chinesen, während das Weibchen "Ying" (fünf Wochen alt) gewissermaßen russischer Abstammung ist.

Für jeweils 1800 Euro konnte der Vogelpark die beiden Kraniche beim größten Privatzüchter Europas in Österreich gewinnen. Und die Vorbereitung auf die neuen Bewohner brachte natürlich auch auf dem Ohligser Gelände am Hermann-Löns-Weg einige Arbeit mit sich: "Der Stall musste komplett umgebaut werden, unter anderem mussten Fußböden und Wände raus", beschreibt Janett Heinrich einige der Anstrengungen. Und auch als die beiden Neubewohner, die in Asien als heilige Tiere gelten, endlich eingetroffen waren, wurden wieder Änderungen am Gehege notwendig: "Jong ist deutlich zahmer als Ying", erklärt Heinrich. Und das ist durchaus ein Problem: "Er hat den Kopf durch den Zaun gesteckt", berichtet die Tierpflegerin. Um zu verhindern, dass der Kranich sich verletzt, musste ein engmaschiger Draht vor dem Zaun her. Auch vom natürlichen Gewässer auf ihrem rund 1500 Quadratmeter großen Gelände halten die Tierpfleger die kleinen Kraniche noch fern: Damit die noch unbeholfenen Jungtiere nicht ertrinken, gibt es stattdessen derzeit nur eine kleine Wanne mit Wasser. Später werden "Ying" und "Jong" dann majestätisch über ihr Gehege wandern: Denn die Vögel, die ihren Beobachtern im Moment allenfalls bis zur Hüfte reichen, werden einmal mannshoch sein und eine Flügelspannweite von 2,50 Metern besitzen.

Viel Bewegung gibt es in diesen Tagen auch anderswo im Vogel- und Tierpark: Die neue Nasenbäranlage soll in zwei bis drei Wochen fertig sein, und die "Wand der Schrecken" wartet sogar schon auf ihre neuen Einwohner.

Quelle: RP
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