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Solingen
Ohligser sind ein wetterfestes Feiervolk

Das Dürpelfest in Solingen 2015
Das Dürpelfest in Solingen 2015 FOTO: K�hlen, Stephan
Solingen. Das vielfältige Musikprogramm begeisterte beim 41. Dürpelfest ebenso die Gäste wie die Fahrgeschäfte auf dem Ohligser Markt und an der Lennestraße. Wermutstropfen war allerdings das wechselhafte Wetter. Von Alexander Riedel (Text) und Stephan Köhlen (Fotos)

Zur Tradition eines Festes gehört auch die Pflege von kleinen Ritualen: "Wie immer habe ich mir am Freitag als erstes eine Krakauer auf die Faust genommen", verriet Wilfried Schmidt, während er mit Freunden am Bierstand über Erlebnisse vergangener Dürpelfeste klönte und Ausschau nach weiteren alten Bekannten hielt. "Das Schönste am Fest ist einfach diese Gemütlichkeit", schwärmte er.

An einem über Jahre bewährten Ablauf hielt auch Katharina Meis fest. "Erst geht es mit den Kindern aufs Karussell und am Samstagabend höre ich mir den letzten Schrei an", erzählte die zweifache Mutter, die mit dem Dürpelfest Kindheitserinnerungen verbindet.

Die Kirmes auf dem Marktplatz bot für jedes Alter etwas. Leonie, Maya (beide 7) und Nicki (6) hatten Spaß beim Dosenwerfen. FOTO: Köhlen, Stephan (TEPH)

Zum 41. Mal lockte das Straßenfest am vergangenen Wochenende Gäste aus Solingen und Umgebung in die Ohligser Fußgängerzone, auf den Markt und in die Nebenstraßen. Vereine, Stammtische und professionelle Anbieter verkauften wie in jedem Jahr an 40 Buden Getränke, Grillwurst, Champignons und andere Leckereien.

Erstmals mit von der Partie war unter anderem der Verein "Vegan in Solingen", dessen Mitglieder seit September 2014 an der Lennestraße ehrenamtlich das Café "LaLeLi" betreiben. "Es ist uns wichtig, zu zeigen, dass veganes Essen nicht nur Tofu ist", sagte Harald Raffalski, stellvertretender Vorsitzender des Vereins. Die Gäste am Stand ließen sich Muffins, andere Gebäckspezialitäten und sogar "Mettbrötchen" ohne jegliche tierische Zutaten schmecken.

Die Hip-Hop Tanzvorführungen fanden am Samstag trotz wechselhaften Wetters ihr Publikum auf dem Dürpel. FOTO: Köhlen, Stephan (TEPH)

Musikalische Leckerbissen bot das Programm auf den fünf Bühnen: Auf der unteren Düsseldorfer Straße zum Beispiel sorgte die Latin- und Ska-Formation "Casa d'Locos" ebenso für ausgelassene Stimmung unter den Zuhörern wie das "Soulgreen Trio" mit Sängerin Carole Bakotto. "Das hat echt alles super gepasst", freute sich Timm Kronenberg, der das Programm der Bühne "Im Süden von Ohligs" zusammengestellt hatte. Musik zum Mitsingen und Tanzen mit Bands wie den "Vagabunden im Hossarausch", der Eros Ramazotti-Tribute-Show von Toni Cardone und der Deep Purple-Coverband "Demon's Eye" gab es auch an fünf anderen Schauplätzen.

Aus Sicherheitsgründen verzichteten die Veranstalter in diesem Jahr auf die Bühne an der Baustraße. "Der Platz ist uns in der Vergangenheit einfach als Engpass aufgefallen", erklärte Bianca Sevenig, die das Fest im Auftrag der Ohligser Werbe- und Interessengemeinschaft (OWG) organisierte. Stattdessen brachten dort Musiker direkt in der Einkaufsstraße ihr Publikum zum Tanzen. Unterstützung erhielten die Veranstalter unter anderem von den Freiwilligen des Technischen Hilfswerks und von der Malteser.

Für das Kribbeln im Bauch sorgten überdies die Kirmes-Attraktionen, vom "Drive"-Autoscooter über den Irrgarten "Ghost" bis zur Schiffsschaukel "The real Nessy".

Große Menschenmassen tummelten sich bereits am Freitagnachmittag an den Ständen. Die Gäste ließen sich auch vom wechselhaften Wetter mit leicht böigem Wind, zeitweiligem Nieselregen und sogar einem kräftigen Hagelschauer am Samstagmittag nicht die gute Laune verderben. "Dass es auch nass werden kann, kennen wir doch von vielen anderen Dürpelwochenenden", schmunzelte Wilfried Schmidt. Auch das sei eben Tradition.

Quelle: RP
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