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Solingen
Ohne Dampflok - aber mit viel Programm

Solingen: Ohne Dampflok - aber mit viel Programm
In Ohligs konnten die Besucher anlässlich des Brückenfestes wieder auf dem Büchermarkt stöbern. FOTO: Köhlen, Stephan (TEPH)
Solingen. Beim Brückenfest am Sonntag feierte Solingen erneut sein Wahrzeichen - mit offenen Geschäften und Aktionen. Frühestens 2017 könnte wieder eine historische Eisenbahn über die Müngstener Brücke fahren. Von Alexander Riedel

Beim spitzen Pfeifton strömten die Passanten mit ihren Einkaufstüten auseinander und machten Platz für das ungewöhnliche Gefährt, das sich schnaubend den Weg über die Hauptstraße bahnte: "Feflo", der kohlebetriebene Vergnügungsdampftraktor, ersetzte die richtige Dampflok, ließ viele Besucher des Brückenfestes ihre Handys zücken und die Herzen der Kinder höher schlagen. Unter ihnen war auch der fünfjährige Connor, der neben seinem Vater auf dem Anhänger Platz nahm.

"Für Kinder ist dieses Programm toll", sagte seine Mutter Nicole Beilstein, während sie ihrem Sohn zuwinkte. Vor allem die Aktionen des Technischen Hilfswerks (THW) hatten die Familie in die Innenstadt geführt: Wer verschiedene Aufgaben bewältigte, konnte im Kaufhof einen Schlüsselanhänger mit einer Playmobil-Figur gewinnen: Dazu galt es, die Höhe eines von den Hilfskräften gebauten Rettungsturmes zu schätzen, die Anzahl von Figuren zu erkennen und einen Tretautoparcours so schnell wie möglich zu durchfahren. "Connor wäre gern auch schon beim THW, aber er ist natürlich noch zu jung", schmunzelte seine Mutter.

Auch wenn die Dampflok gestern beim inzwischen traditionellen Fest zu Ehren der Müngstener Brücke erneut nicht über den Stahlkoloss fahren konnte, erlebten die Gäste ein durchaus vielfältiges Programm in mehreren Stadtteilen. Auf dem Fronhof ließ der Werbe- und Interessenring Innenstadt (W.I.R.) eine Mini-Eisenbahn fahren. In den Imbissbuden war für jeden Geschmack etwas dabei. Kunst und Musik gab es in den Clemens-Galerien, wo die Aussteller des City-Art-Projekts nach 19 Monaten ihre Zelte abbrechen.

Einmal mehr lockten zudem offene Geschäfte die Kunden durch verschiedene Aktionen an - und das nicht nur in der Innenstadt: In Höhscheid schmückten die Händler zwischen Gründerzentrum und Peter-Höfer-Platz ihre Ladenlokale mit Luftballons und kleinen Präsenten. Auch in Ohligs bummelten die Besucher durch die geöffneten Geschäfte und durchstöberten die langen Tische auf dem Büchermarkt, der sich vom Markt bis zum Bahnhofsvorplatz zog. Als nach leicht regnerischem Beginn kurzzeitig die Sonne die Wolkendecke durchbrach und die Händler ihre Sammlungen abdeckten, füllte sich die Fußgängerzone. "Die Resonanz ist hier immer sehr gut", freute sich Bernd Henn vom Bücherlager Remscheid. "Ich kaufe meine Bücher fast nur auf solchen Märkten, weil neue Bücher im Laden einfach oft zu teuer sind", erzählte Hubert Schrage, der mit seiner Ehefrau Gerda von Stand zu Stand zog - und seinen Ökobeutel schnell mit neuen Errungenschaften füllte. "Wir verschenken gerne Bücher und lesen auch selbst sehr viel", verriet Gerda Schrage. Und ihr Ehemann ergänzte: "Besonders Krimis und Sachbücher über Geschichte und die Natur hole ich mir viel."

Bücher, vom Kochbuch bis zum Abenteuerroman, konnten die Besucher aber nicht nur an den Ständen in der Düsseldorfer Straße ergattern - auch das Damenmodegeschäft Hartkopf beteiligte sich am Büchermarkt. "Die Bücher haben wir privat gesammelt", erzählte Inhaberin Eva Hartkopf und lobte die verkaufsoffenen Sonntage: "Sie sind immer gut dafür, den Ortsteil bekannt zu machen." Im größeren Umfang wird das Brückenfest wohl 2017 wieder stattfinden: Nach dem Ende der Sanierung dürften dann voraussichtlich wieder Dampfloks über Deutschlands höchste Eisenbahnbrücke fahren.

Quelle: RP
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