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Solingen
Piepersberg verbindet Städte emotional

Solingen: Piepersberg verbindet Städte emotional
Wie es aussehen kann, vor mehreren tausend eigenen Fans in einer Arena zu spielen, hat Alexander Oelze mit dem Bergischen HC in dieser Saison beim Ausflug nach Köln erfahren. FOTO: imago sportfotodienst
Solingen. In vielen kleinen Schritten wird im Hintergrund an der Realisierung des Neubaus einer "Arena Bergisch Land" gearbeitet. Das letzte positive Zeichen war die politische Bestätigung der Ausweisung des möglichen Standortes als Gewerbegebiet. Von Georg Amend und Guido Radtke

Als der Bergische HC seinen neuen Top-Sponsor WKW aus Wuppertal präsentierte, betonte der Geschäftsführer des Automobilzulieferers, Peter Kruft: "Wir sehen den Handball-Erstligisten als Visitenkarte. Wir sind in dieser Region zu Hause und wollten ein Zeichen setzen für die Mannschaft und die Region - auch in den gemeinsamen Bemühungen für eine dringend benötigte neue Halle." Schließlich will eine Visitenkarte auch anständig präsentiert werden.

"Wir haben Geschäftspartner in Wetzlar und Göppingen." Peter Kruft würde sich wünschen, dass man, wenn man diese zu BHC-Heimspielen einlädt, das auch in einem angemessenen Rahmen tun könne. Die Unihalle sei in die Jahre gekommen, und in der Klingenhalle habe das, was man als VIP-Bereich bezeichnet, die Bezeichnung nicht verdient - "früher wurden da Turngeräte wie Springböcke und Matten untergebracht. Es wäre für das Bergische Land gut, wenn es zum Neubau einer Halle kommen würde."

Seitdem die Räte der Städte Solingen, Wuppertal und Remscheid ihre Unterstützung bei der Akquirierung dringend benötigter Fördermittel festgezurrt haben, ist es ruhig geworden um das Projekt einer "Arena Bergisch Land". "Wir sind vergleichsweise still, weil wir arbeiten", sagt BHC-Geschäftsführer Jörg Föste. In vielen kleinen Schritten bewege man sich nach vorne, um Anfang Mai nach einer Tagung der Arbeitsgruppe in der großen Runde ein nächstes Etappenziel zu erreichen. Bei den Gesprächen berücksichtigt werden auch die Ergebnisse einer Umfrage, die eine Arbeitsgruppe der Fachholschule Niederberg zuletzt bei zwei Heimspielen durchgeführt hat. "Die Ergebnisse werden durchaus repräsentativ sein - insbesondere was die Anzahl von Parkplätzen betrifft, die es bei einem Neubau zu planen gilt."

Aufmerksam beobachtet hat Jörg Föste zuletzt die Diskussion um die Ausweisung von Gewerbegebieten. Die Fraktion Bündnis 90 / Die Grünen hatte bei der Verabschiedung der Neuplanung des Regionalplans die Absetzung der Fläche Piepersberg-West beantragt. Wäre diese von anderen Parteien oder Gruppierungen mehrheitlich mitgetragen worden, wäre das Projekt weit zurückgeworfen worden. "Ich habe mit keiner anderen Entscheidung gerechnet, weil es bezüglich des Standortes einen Konsens aller Städte gibt", sagt Jörg Föste. Das an Vohwinkel grenzende Gebiet in Gräfrath vereine die Städte Wuppertal und Solingen hier emotional.

Dass die Heimspiele des BHC in einer bis zu 6000 Zuschauer fassenden Mehrzweckhalle auch gut besucht würden, steht für Jörg Föste außer Frage - immerhin sei schon jetzt für die neue Saison 2015/16 "die 400er-Marke bei den Dauerkarten durchbrochen". Das sei zu diesem Zeitpunkt ausgesprochen ungewöhnlich. "Das deutet darauf hin, dass wir wieder einen Dauerkarten-Rekord haben werden."

Vielleicht lässt sich in einer "Arena Bergisch Land" auch wieder "Sport 1" blicken - ein wichtiger Aspekt für potenzielle Sponsoren. Dass der private TV-Sender den BHC in dieser Spielzeit nicht berücksichtigt hat, habe allerdings nichts mit der Hallenproblematik zu tun. "Es ist sicherlich einfacher für die Abläufe, wenn Kabelwege gelegt sind und Plattformen oder Pulte für Kameras vorhanden sind", sagt ein Sprecher von Sport 1. Ausschlaggebend, welche Spiele übertragen werden, seien die sportliche Relevanz, die Größe der Namen oder das Interesse an Traditionsvereinen.

Quelle: RP
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