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Solingen
Poetische Musik mit Harfe und Flöte

Solingen: Poetische Musik mit Harfe und Flöte
Im Rahmen der Konzertreihe des Gräfrather Orgelsommers gastierten Silvie Ansorge (links) und Giedre Siaulyte in der Klosterkirche. FOTO: Stephan Köhlen
Solingen. Die Orgel blieb beim Konzert am Sonntagnachmittag in der Gräfrather Klosterkirche stumm. Von Wolfgang Günther

Bei der vielseitigen Konzertserie in der Gräfrather Klosterkirche legte diesmal die Orgel eine Pause ein. Am Sonntagnachmittag gastierte das Duo "Poétique". Giedre Siaulyte, Harfe, und die Flötistin Silvie Ansorge spielten unter dem Titel "Zauberklang" ein breit gefächertes Programm, das sich von der barocken Musik des Johann Sebastian Bach über die Wiener Klassik und die reizvolle Moderne bis zum argentinischen Tango erstreckte. Auch der kurzzeitige Wolkenbruch vor Beginn hielt die Freunde dieser einstündigen Konzerte nicht ab, die Kirche war wieder bis auf den letzten Platz besetzt.

Giedre Siaulyte entdeckte ihre Liebe zur Harfe in jungen Jahren in ihrer Heimat Litauen. Heute beherrscht sie alle Spielarten ihres Instruments. Die gute Stunde Musik in der Klosterkirche gestaltete Siaulyte mit der großen, klassischen Konzertharfe. Das erste Instrument der Heidelbergerin Silvie Ansorge war die Blockflöte. Im Alter von zehn Jahren wollte sie auch das Spiel auf der Querflöte erlernen, und schloss mit diesem Instrument auch ihr Konzertstudium an der Folkwang Universität mit der Note eins ab. Anschließend wurde Ansorge in viele Orchester verpflichtet.

Die perfekte Harmonie zwischen den beiden Musikerinnen beeindruckte sehr. Nach einer brillant gespielten Sonate von Bach zum Auftakt erklang impressionistische Musik aus der Feder von Balys Dvarionas, einem Komponisten aus Litauen. Der deutsche Komponist und Geigenvirtuose Louis Spohr (1784-1859) war ein Verehrer von Mozart, mit einer Sonate über Themen aus dessen Oper "Die Zauberflöte" hat er seinem Vorbild ein Denkmal gesetzt. Die beiden Solistinnen spielten dieses Potpourri zwischen der zarten Arie der Pamina und den lustigen Auftritten des Vogelfängers Papageno einfach hinreißend.

Ein musikalischer Genuss war auch das romantische Zwischenspiel aus der Oper "Carmen" von Georges Bizet. Noch einmal in die Klangwelt des musikalischen Impressionismus führte das Solo der Harfenistin. Siaulyte spielte mit großer Virtuosität die "Arabesque No. 1" von Claude Debussy. Am Ende traf die musikalische Reise dann mit dem Genrestück "Cafe 1930" auch noch in Südamerika ein. Der Komponist und Bandoneon-Spieler Astor Piazzolla gilt als Begründer des "Tango Nuevo", einer Weiterentwicklung des argentinischen Tangos.

Der Beifall für die beiden Solistinnen war von Anfang an sehr stark und führte am Ende, in Erwartung einer Zugabe, zu einer stehenden Ovation. Silvie Ansorge und Giedre Siaulyte waren auch gerne bereit für ein weiteres kleines Beispiel ihrer begeisternden Virtuosität auf Flöte und Harfe.

Quelle: RP
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