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Solingen
Politik soll Grünes Licht für Stadion-Abriss geben

Solingen: Politik soll Grünes Licht für Stadion-Abriss geben
Stimmt die Bezirksregierung zu, geht Geld aus dem Verkauf in die Kunstrasensanierung. FOTO: Köhlen Stephan
Solingen. In den nächsten Tagen wird der Bebauungsplan für Wohnhäuser auf dem Gelände in Ohligs auf den Weg gebracht. Der Abriss der Tribünen sowie der Flutlichtmasten dürfte im Herbst folgen. Von Martin Oberpriller

Für eingefleischte Fans von Union Solingen ist es immer noch ein sprichwörtlich Rotes Tuch. Doch das Ende des Fußballstadions am Hermann-Löns-Weg rückt unaufhaltsam näher. Denn für die kommenden Tage steht auf den Tagesordnungen der Bezirksvertretung (BV) Ohligs/Aufderhöhe/Merscheid sowie des Planungsausschusses eine neue Beschlussvorlage der Stadt zur Umwandlung des Stadion-Areals in Bauland für mehr als 100 Wohnungen. Und sollte die Politik dann Grünes Licht zu den Plänen aus dem Rathaus geben, könnten die Tage der alten Zweitliga-Arena bereits in wenigen Wochen gezählt sein.

Tatsächlich dürfte sich die Geschichte des Stadions, das schon seit mehreren Jahren nicht mehr genutzt wird und längst verfallen ist, mittlerweile auf der Zielgeraden befinden. Geht es nämlich nach den zuständigen Beamten der Verwaltung, werden die Mitglieder der BV und des Planungsausschusses nun ihre Zustimmung zu den Entwürfen des entsprechenden Bebauungsplans sowie zu einer notwendigen Flächennutzungsplanänderung erteilen.

"Sollte die Politik ein Okay geben, gehen die Planungen bei uns und beim Investor weiter", sagte eine Sprecherin der Stadt am Donnerstag auf Anfrage unserer Redaktion. Wobei im Rathaus niemand ernsthaft davon ausgeht, dass es noch einmal zu Widerspruch kommt - was wiederum den Abriss des Stadions wahrscheinlich im Herbst zur Folge hat.

Vorausgegangen war all dem ein jahrelanges Tauziehen zwischen Stadt, Investor sowie Anliegern des Hermann-Löns-Weges, das vor allem die verkehrliche Situation in der Gegend zum Gegenstand gehabt hatte. So fürchtete die Bürger-Initiative Stadion Ohligs Neubebauung (BISON), durch zusätzliche Häuser würde gleichzeitig die Zahl der Autos steigen. Zudem sagte BISON eine Verschärfung der Parkplatzsituation rund um den Hermann-Löns-Weg sowie die Nebenstraßen voraus.

Ängste, die aus Sicht der Stadt genommen werden konnten. Beispielsweise verständigten sich das Rathaus und der Investor, die BPD Immobilienentwicklung GmbH mit Sitz in Köln, schon vor einigen Monaten darauf, den heutigen Parkplatz des Stadions nicht zu bebauen, so dass es in der Konsequenz später, wenn die neue Siedlung fertig ist, nach wie vor Stellplätze in einem ausreichenden Umfang geben soll.

Gleichwohl wird die Errichtung der Gebäude eine ganze Weile in Anspruch nehmen. Wohl bis 2020 wird sich das ehemalige Stadionareal samt dazugehörigem Kunstrasenplatz in eine große Baustelle verwandeln. Ziel ist es, am Ende insgesamt zwei Einzelhäuser, 32 Doppelhaushälften, 28 Reihenhäuser und sechs Mehrfamilienhäuser zu realisieren, die bis zu 110 Wohneinheiten umfassen sowie durch ihre kubische Bauform eine "hohe Qualitätsanmutung" vermitteln, wie es in der städtischen Vorlage für die Politik heißt.

Dabei ist zusätzlich geplant, bei der Freiflächengestaltung "stellenweise Elemente der bisherigen Sportanlagen als Reminiszenz" in die neue Siedlung einzubeziehen. Was indes alte Unioner nur bedingt zu trösten vermag. "Mir blutet angesichts der Entwicklung immer noch das Herz", sagte gestern Ex-Vereinspräsident Bernd Wilz, der den Club in seiner besten Zeit von 1978 bis 1983 leitete.

Quelle: RP
 
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