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Solingen
Politik will Verkehrskonzept für Rasspe

Solingen: Politik will Verkehrskonzept für Rasspe
Das Rasspe-Areal in Stöcken/Kohlfurth mit seinen teilweise unter Denkmalschutz stehenden Bauten gilt als wirtschaftliches Filetstück. FOTO: Kempner
Solingen. Sollte nach der Reaktivierung des Gewerbegebiets in drei Jahren der Verkehr zunehmen, könnte auch die Belastung der Anwohner steigen. Darum gibt es Forderungen nach Flüsterasphalt. Die Stadt will die Entwicklung im Auge behalten. Von Martin Oberpriller

Knapp zwei Wochen nach dem Großbrand in einem Gebäude auf dem ehemaligen Rasspe-Gelände in Stöcken nehmen die Aufräumarbeiten zunehmend an Fahrt auf. Da ein eingeschalteter Statiker inzwischen feststellte, dass auf dem Areal trotz des Brandes keine Einsturzgefahr besteht, wird die städtische Wirtschaftsförderung als Eigentümerin der alten Fabrikanlagen in den kommenden Tagen mit der Trümmerbeseitigung beginnen. Das bestätigte gestern Frank Balkenhol als Geschäftsführer der Wirtschaftsförderung. Und zudem ist vorgesehen, das Gelände nach der mutmaßlichen Brandstiftung vom 7. Januar besser gegen Eindringlinge abzusichern.

Denn immerhin ist es der Plan, auf der rund 66.000 Quadratmeter großen Gewerbefläche in den nächsten Jahren etliche Firmen neu anzusiedeln, die die Zukunft des Industriestandorts Solingen langfristig garantieren. Ein Ziel, das auch der Bezirksbürgermeister von Mitte, Richard Schmidt (SPD), befürwortet. Gleichzeitig erwartet der Sozialdemokrat durch die Unternehmen mittelfristig aber eine Zunahme des Verkehrs, weswegen er schon heute entsprechende Gegenmaßnahmen fordert.

"Es sollte geprüft werden, ob auf der Cronenberger Straße und auf der Straße Stöcken Flüsterasphalt aufgetragen wird", schlug Schmidt jetzt im Gespräch mit unserer Redaktion vor. Denn nur auf diese Weise könne die Belastung der Anwohner in einem erträglichen Maß gehalten werden, argumentierte der Bezirksbürgermeister, der damit rechnet, dass vor allem der Lastwagenverkehr in Richtung L 74 später einmal zu einem Problem werden könnte.

Tatsächlich existierten vor vielen Jahren sogar noch viel weitergehende Konzepte. So gab es die Überlegung, das Rasspe-Areal über eine neu zu bauende Straße direkt mit der Auffahrt zur L 74 in der Kohlfurth zu verbinden. Inzwischen spielt ein solches Konzept - auch aufgrund der dortigen Natur - jedoch keine Rolle mehr. "Eine solche Lösung sehe ich nicht", sagte gestern eine Sprecherin der Stadt auf Anfrage.

Auch die Idee eines Flüsterasphalts wird im Rathaus skeptisch bewertet. "Ein solcher Belag ist eher dann Thema, wenn auf Straßen mit hohen Geschwindigkeiten gefahren wird", betonte die Stadtsprecherin, die gleichzeitig darauf verwies, dass auf der Cronenberger Straße sowie auf der Straße Stöcken Tempo 50 gilt.

Dennoch will die Stadt die Entwicklung des Verkehrs rund um das ehemalige Rasspe-Gelände im Blick behalten. So könnte es beispielsweise in der weiteren Zukunft eine denkbare Alternative sein, einen "lärmoptimierten" Straßenbelag aufzubringen, hieß es vonseiten der Verwaltung.

Bevor es soweit ist, gilt es indes zunächst, das Areal zu entwickeln. Hierfür sind Kosten in Höhe von rund fünf Millionen Euro veranschlagt. "Die Vermarktung beginnt frühestens in drei Jahren", sagte Wirtschaftsförderer Balkenhol, dem gemeinsam mit Oberbürgermeister Tim Kurzbach (SPD) in Stöcken eine Art "Gewerbepark 4.0" vorschwebt - der wiederum manche Verkehrsprobleme quasi von selbst entschärfen würde.

"Noch kann niemand eine verlässliche Prognose abgeben, wie sich das Aufkommen an Lastwagen durch das neue Gewerbegebiet in Zukunft verändert", stellte Frank Balkenhol in diesem Zusammenhang klar. Denn sollte es gelingen, vor allem Unternehmen der Digitalwirtschaft nach Stöcken zu locken, wäre es durchaus denkbar, dass sich die Zahl der Lastwagen im Vergleich zur heutigen Situation kaum verändert.

Zudem eine spezielle, besonders verkehrsintensive Nutzung des Rasspe-Geländes von vornherein ausgeschlossen ist. "Logistik-Firmen oder Verteilzentren großer Unternehmen werden auf keinen Fall angesiedelt werden", hieß es gestern noch einmal bei der Wirtschaftsförderung.

Quelle: RP
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