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Solingen
Polizei nimmt Mann der vermissten Hanaa S. fest

Solingen. Spektakuläre Wende im Fall der seit fast einem Jahr spurlos verschwundenen Hanaa S. aus Solingen. Wie die Staatsanwaltschaft und die Polizei Wuppertal am Donnerstagmittag in einer gemeinsamen Erklärung mitteilten, wurden jetzt der 41-jährige Ehemann sowie dessen 35 Jahre alter Bruder festgenommen. Von Martin Oberpriller

Beide Männer sitzen nach Angaben der Ermittler inzwischen in Untersuchungshaft. Die Zugriffe durch die Beamten der Wuppertaler Mordkommission erfolgten bereits am Montag beziehungsweise am Dienstag in Düsseldorf und Köln.

Damit richtet sich der Verdacht nunmehr gegen vier Familienangehörige der Frau, die zuletzt am 21. April 2015 lebend in Solingen gesehen worden war. Zuvor waren schon ein anderer Schwager sowie der 17-jährige Sohn der Vermissten verhaftet worden.

Die Fahnder gehen davon aus, dass die Männer die Mutter von insgesamt sechs Kindern töteten, nachdem die zum Zeitpunkt ihres Verschwindens 35-jährige Frau angekündigt hatte, die Familie verlassen zu wollen.

Tatsächlich haben die Fahnder keinerlei Hoffnung mehr, die gebürtige Irakerin noch lebend zu finden. Die Experten der Mordkommission gehen davon aus, dass die Solingerin, die zum letzten Mal am Tag ihres Verschwindens vor ihrem Wohnhaus an der Hasselstraße in Solingen-Mitte gesehen worden war, bereits kurz nach einer Entführung durch die Verwandten umgebracht wurde.

Allerdings konnte die Leiche von Hanaa S. bis heute nicht gefunden werden. Im vergangenen Jahr durchsuchte die Polizei nach diesbezüglichen Hinweisen mehrere Waldgebiete im nördlichen Baden-Württemberg - ohne Erfolg. "Die Ermittlungen zum Verbleib von Hanaa S. dauern an", hieß es am Donnerstag aus Ermittlerkreisen.

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