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Solingen
Polizei warnt Hundehalter vor vergifteten Ködern

Solingen: Polizei warnt Hundehalter vor vergifteten Ködern
In Sorge: Winfried Plaatje mit seinem Boxer Esacara FOTO: v. Ameln (Archiv)
Solingen. Hundebesitzer in Hilden, aber auch in Solingen sind zurzeit in großer Sorge. Nachdem in dem zurückliegenden Jahren in der Ohligser Heide immer wieder Giftköder auftauchten, treibt nun erneut ein unbekannter Hundehasser sein Unwesen. Seit mehreren Wochen verteilt der Täter in Hilden scheinbar wahllos mit Gift gespickte Leckerli. Innerhalb kurzer Zeit sind in der Nachbarschaft schon drei Hunde verendet. Von Martin Oberpriller und Gökcen Stenzel

Zwar gibt es aktuell keine neuen Fälle aus der Ohligser Heide. Dennoch sind auch Solinger Hundefreunde von den neuen Giftködern betroffen. Denn das Gebiet, in dem Köder auftauchten, liegt an der Stadtgrenze zwischen Hilden und Düsseldorf und ist auch bei Tierhaltern aus der Klingenstadt sehr beliebt.

Das hat einen einfachen Hintergrund. Seit dem vergangenen Jahr können dort Spaziergänger ihre Vierbeiner frei laufen lassen – was wiederum aus Sicht vieler Hundebesitzer der Grund für die jüngsten Giftattacken ist. "Ich glaube, es passt jemandem nicht, dass die Hunde hier nicht an der Leine geführt werden müssen", sagt Winfried Plaatje.

Der Düsseldorfer kommt regelmäßig mit seiner dreijährigen Boxer-Dame Esacara von Maximilian in die betroffene Gegend. Unter den Hundefreunden, die er dort trifft, gibt es momentan kein anderes Thema mehr. Fast täglich wird von neuen Fällen berichtet. Allein in dieser Woche habe er schon wieder von zwei neuen Vergiftungsfällen gehört, so Plaatje.

Der Setter eines Bekannten sei vor kurzem eingegangen, nachdem er einen vergifteten Köder gefressen habe, sagt der Düsseldorfer. Und auch er selbst habe bereits tote Wildtiere entdeckt. Aus diesem Grund meidet Winfried Plaatje bis auf weiteres die betroffene Gegend. Andere Hundebesitzer sind dazu übergegangen, ihren Tieren einen Maulkorb umzulegen, wenn sie sie frei laufen lassen. So kommen die Vierbeiner erst gar nicht in Versuchung, wenn sie einen Köder finden.

Bei der Polizei nimmt man dieneuerlichen Vorfälle sehr ernst – zumal es noch keine Spur zu einem möglichen Verdächtigen gibt. Sollte aber der Täter doch eines Tages erwischt werden, erwartet ihn keine besonders harte Strafe. Das Auslegen von Gift ist juristisch betrachtet nämlich lediglich ein Vergehen. Es handele sich um eine Sachbeschädigung, sagte am Donnerstag ein Sprecher der auch für Hilden zuständigen Staatsanwaltschaft Düsseldorf. "Die Leute sind empört. Aber strafrechtlich ist nicht viel zu machen", so der Sprecher.

(RP/ac)
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