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Solingen
Polizei warnt vor Drogen bei Kindern

Solingen. Beim Selbsthilfetag im Klinikum präsentierten Initiativen ihre Hilfsangebote.

Zahlreich waren die Stände beim Selbsthilfetag im Klinikum am Samstag. Initiativen informierten über Themen wie Demenz, Autismus, Parkinson oder Alkohol. Am Stand des "Elternkreises von Söhnen und Töchtern mit der Doppeldiagnose Sucht und psychische Erkrankung" informierte Kriminalhauptkommissar Andreas Bredemeier, Experte für Suchtprävention der Polizei, über Drogenkonsum, dessen Folgen und Prävention.

Bredemeier warnte, den Marihuana-Konsum bei Jugendlichen zu verharmlosen. Denn dieser beginne heute zum Teil mit 12 bis 14 Jahren und nicht wie früher nach der Pubertät. In diesem jungen Alter schädigt die Droge das Gehirn und kann zur Entstehung einer Psychose beitragen. Drogensucht wie auch psychische Erkrankung seien schwer zu erkennen, räumte Bredemeier ein. Denn Symptome wie schlechte Schulnoten, ein erhöhter Finanzbedarf oder wechselnde Freunde seien auch aus anderen Gründen erklärlich. "Eltern sollten nah an den Kindern dran bleiben und nachhaken, sobald Dinge nicht mehr logisch erklärbar sind", riet der Experte. Zum Beispiel wenn rote Augen nicht von einer Bindehautentzündung herrührten, die Körperpflege vernachlässigt werde oder emotionale Schwankungen nicht mit pubertärem Verhalten zu erklären seien.

Im Fall von Drogenmissbrauch rät Bredemeier Eltern, das Gespräch mit den Jugendlichen zu suchen. Dabei sollten sie vermeiden, Vorwürfe zu machen, sondern nach den Gründen fragen, um diese zu beseitigen. Nach den aktuellen Erkenntnissen, die der Elternkreis von Fachleuten geholt hat, haben viele Menschen die Anlagen für psychische Erkrankungen. Drogenkonsum kann diese Erkrankungen auslösen, und zwar umso eher, je stärker die Drogen sind und je früher sie konsumiert werden. Auffällig ist nach den Erfahrungen des Elternkreises der Zusammenhang von ADHS und Cannabis-Konsum.

Christiane Erbel, Mitglied im Elternkreis, erklärte die besondere Schwierigkeit der Doppeldiagnose Sucht und psychische Erkrankung. Während es bei Suchtkranken gelte, Grenzen zu setzen und sich gegebenenfalls zu distanzieren, brauchen psychisch Erkrankte Nähe. Schwierig gestalte sich auch die Behandlung, denn oft erklärten sich Einrichtungen, die auf eine der Diagnosen spezialisiert sind, als für die andere nicht zuständig.

(bjd)
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