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Serie Unfallschwerpunkte (1)
Polizei will den Werwolf entschärfen

Solingen. Die Kreuzung in der City gilt als Unfallschwerpunkt. In den vergangenen fünf Jahren knallte es dort über 70 Mal. In den nächsten Wochen stellen wir die gefährlichsten Stellen der Stadt vor. Von Alexander Riedel und Martin Oberpriller

Bereits auf dem Fußweg an der Eissporthalle künden die Hupen davon, dass eine der größten Solinger Straßenkreuzungen in der Nähe liegt: der Knotenpunkt Werwolf/Birkerstraße/Schwertstraße. Vier Spuren hat die Birkerstraße an dieser Stelle - geradeaus geht es in die Schwertstraße, rechts Richtung Schützenstraße. Und dazu kommen noch zwei Linksabbiegespuren zum Werwolf.

Womit die Probleme aber auch schon anfangen. Denn selbst außerhalb der Stoßzeiten, wenn eigentlich alles reibungslos ablaufen sollte, fällt auf, dass eine ganze Reihe von Autofahrern in der Kurve von der Birkerstraße in Richtung Zentrum fast die Spur wechselt. Zumindest jedoch kürzen diejenigen, die sich rechts in Richtung Goerdelerstraße halten müssten, ihren Weg oft ein Stückchen ab. Einmal fährt ein Wagen sogar deutlich über die gestrichelte Linie und zwingt das Fahrzeug links hinter ihm zu einer Bremsung.

Ein Phänomen, das die Beamten bei zuständigen Verkehrskommissariat der Polizei nur zu gut kennen. "Die Kreuzung Werwolf gehört ganz eindeutig zu den Unfallschwerpunkten in Solingen", sagte eine Sprecherin der Polizei jetzt auf Anfrage unserer Redaktion. Dabei spricht die Statistik eine ebenso deutliche wie erschreckende Sprache. In den zurückliegenden Jahren krachte es nämlich immer wieder heftig an der Kreuzung im Süden der City, die zu den verkehrsreichsten Knotenpunkten in der ganzen Stadt zählt.

Im Zeitraum vom 1. November 2011 bis zum 31. März dieses Jahres zählte die Unfallkommission, in der unter anderem das Verkehrsamt sowie die Polizei vertreten sind, allein 44 Linksabbiegerunfälle. Und insgesamt krachte es sogar 74 Mal - wobei es bei längst nicht allen Unfällen bei Blechschäden blieb. So waren bei drei dieser Karamboulagen Schwerverletzte zu beklagen. Und in weiteren elf Fällen trugen Menschen leichte Verletzungen davon.

Grund genug für die Polizei, Alarm zu schlagen. "Nachdem es einige Jahre so ausgesehen hatte, als sei die Kreuzung nicht mehr so gefährlich, machte sie uns zuletzt wieder größere Sorgen", sagte die Polizeisprecherin, die ankündigte, den Werwolf verstärkt ins Visier zu nehmen.

Im Klartext bedeutet dies, dass sich die Beamten des Verkehrskommissariats vor allem eine Überprüfung des Fahrbahnbelags wünschen sowie eine verständlichere Ausschilderung verlangen. "Es könnte sein, dass die Griffigkeit der Straße nicht optimal ist. Und darüber hinaus erscheinen die vielen Hinweisschilder unübersichtlich", konkretisierte die Sprecherin die Problematik aus Sicht der Polizei.

Denn es sind nicht nur die Linksabbieger von der Birkerstraße, die Probleme bereiten. Durch die hohe Verkehrsdichte kommt es auch immer wieder zu Auffahrunfällen wegen Rückstaus. Und jene Zeitgenossen, die sich partout nicht an die Verkehrsregeln halten wollen beziehungsweise können, provozieren ebenfalls regelmäßig gefährliche Situationen.

"Auch Rotlicht-Unfälle sind ein Thema", berichtete die Polizeisprecherin aus dem Alltag ihrer Kollegen vom Verkehrskommissariat. Was allerdings keineswegs allein Verkehrsrowdys geschuldet ist, die trotz Rot einfach auf die Kreuzung rasen. Vielmehr sind bei tief stehender Sonne die Ampelzeichen schwer zu erkennen. Wie etwa im März 2015, als ein Autofahrer geblendet wurde und mit einem anderen Fahrzeug zusammenstieß. Die Bilanz damals: vier Verletzte.

Doch zumindest in diesem Bereich wurde inzwischen Abhilfe geschaffen. So sind die Blenden über den Lichtzeichen nun schwarz, so dass die Farben deutlicher erscheinen.

Quelle: RP
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