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Solingen
Praxis ohne Grenzen jetzt an der Ahrstraße

Solingen: Praxis ohne Grenzen jetzt an der Ahrstraße
Neue Räume für die Praxis ohne Grenzen an der Ahrstraße (v.l.): Anja Kolle-Meyer, Christoph Zenses und Christoph Humburg vom Team. FOTO: Martin Kempner
Solingen. Im Caritas-Zentrum hat die Praxis für Menschen in prekären Lebenslagen und ohne Krankenversicherung ein neues Domizil gefunden. Die Kooperation ist für alle Beteiligten eine Bereicherung. Von Maxine Herder

Der Umzug ist reibungslos über die Bühne gegangen: Gestern Morgen sind die ehrenamtlichen Helfer angerückt, haben Liege, medizinische Geräte, Möbel und Umzugskartons am alten Standort an der Hansastraße eingeladen und am neuen wieder ausgepackt, alles aufgestellt und sogar die Bilder aufgehängt. Gestern Nachmittag konnte die Praxis ohne Grenzen in ihren neuen Räumlichkeiten im Caritas-Zentrum an der Ahrstraße 9 bereits Einweihung feiern.

Die Zusammenarbeit zwischen der Praxis ohne Grenzen, die wohnungslose wie sesshafte arme Menschen mit oder ohne Krankenversicherung medizinisch versorgt und dem Caritasverband, der hier seine Suchthilfe, seine Integrations- und Migrationsdienste sowie den Fachdienst Gemeindecaritas anbietet, ist für beide Seiten eine Bereicherung: "Wir sind sehr froh, hier untergekommen zu sein, damit eröffnen sich auch neue Kooperationsmöglichkeiten", sagt Dr. Christoph Zenses, der die Praxis ohne Grenzen initiiert hat.

"Wir haben bei unseren Klienten eine ganz große Schnittmenge", sagt auch Dr. Christoph Humburg, Geschäftsführer des Caritasverbands Wuppertal/Solingen, "für die Menschen wird es einfacher, sie müssen nur eine Tür weiter gehen. Fachlich war es deshalb absolut sinnvoll, die Praxis ohne Grenzen hier anzusiedeln." Die in Kooperation mit der Tafel und dem Ärztenetzwerk Solimed angebotene Praxis ohne Grenzen hatte ihr altes Domizil an der Hansastraße verlassen müssen, weil das Gebäude abgerissen wird.

Die neuen Räumlichkeiten zentral in Ohligs, sagt Zenses, seien ideal: Gleich am Eingang befindet sich ein kleiner Wartebereich, nebenan ist das Behandlungszimmer. Hier bieten insgesamt 13 Ärzte ganz verschiedener Fachrichtungen ehrenamtlich fachärztliche Beratung, Untersuchung und Behandlung für Menschen in prekären Lebenslagen an. "Niedrigschwellig heißt, keine Bedingungen zu machen, da sein und Hilfe zu geben. Hier kann jeder ankommen", betont Zenses.

Zu ihnen kommen ganz unterschiedliche Menschen: Ein Drittel der Patienten sind nicht versichert, andere bekommen Hartz IV, viele Flüchtlinge suchen Hilfe, Menschen, die in keiner Kartei erfasst sind. Viele waren Jahre nicht beim Arzt. Andere sind traumatisiert, haben Ängste.

"In einem zusätzlichen Raum bieten wir auch Psychotherapie mit einem Therapeuten der Praxis ohne Grenzen an", so Zenses. Nach wie vor, betont er, versterben arme Menschen aufgrund mangelnder Gesundheitsvorsorge zehn Jahre früher. "Es ist schön, dass wir diese Menschen hier versorgen können." Dabei, freut sich Zenses, fänden sie viel Unterstützung, auch in der Bevölkerung.

So auch gestern: Mitarbeiter der IT-Firma Codecentric übernahmen den Umzug, die Firma Dahmen stiftete den Umzugswagen.

Quelle: RP
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