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Solingen
Prinzip von Vergänglichkeit und Wandel

Solingen. In den frühen 80er Jahren suchte Susanne Kessler nach Möglichkeiten, sich von der Leinwand oder vom Papier zu lösen und Malerei und Zeichnung plastisch werden zu lassen. Erste Installationen entstanden, etwa das "Formenkarussell", dass die heute in Rom, New York und Berlin lebende Künstlerin auch in ihrem damaligen Atelier in Wuppertal ausstellte. Durch Aufhängen von bemalten, geschnittenen Formen an einem sich drehenden Gerüst wurden die Bilder schwerelos

Ausgehend von dieser Malerei-Skulptur entwickelte Kessler in den folgenden Jahren komplexe, auf den jeweiligen Ausstellungsort bezogene Installationen. Fasziniert von der Kommunikation ihrer Werke mit den Menschen und der Umwelt folgten den Installationen für Innen-, auch erste Arbeiten für Außenräume. Denn die oft verletzlichen Gebilde, oft zeichnerischen Ursprungs, trotzten Sonne, Wind und Regen - und sie veränderten sich dabei. Kessler entdeckte für ihr Werk das Prinzip der Vergänglichkeit und Wandel. Beides verstärkt die Künstlerin bis heute auch durch die gewählten Materialien. So baute Kessler 2015 für den Carlsgarten des Kölner Schauspiels fünf Häuschen aus Lehm und unterschiedlichsten organischen Fundstücken, die sich auf wundersame Weise in die Beete integrierten.

Einen schönen Überblick über die Installationen Kesslers gibt jetzt ein schöner Bildband, der im Berliner Distanz-Verlag erschienen ist: "Framing Space". Auf 232 Seiten mit über 220 Abbildungen werden die wichtigsten Skulpturen und Installationen der Künstlerin der vergangenen 30 Jahre vorgestellt. Achille Bonito Oliva hat nicht nur einen kunsthistorischen Text geschrieben, sondern auch ein Gespräch mit Kessler über ihr Werk und Entwicklung geführt. "Framing Space" kostet im Buchhandel 39,90 Euro.

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