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Solingen
Privater Zug soll Wartezeiten verkürzen

Solingen: Privater Zug soll Wartezeiten verkürzen
Das private Verkehrsunternehmen National Express übernimmt ab Dezember den Betrieb der RE 7 und der RB 48. FOTO: Hans-Juergen Bauer (hjba)
Solingen. Ab Mitte Dezember rollen die blau-weißen Waggons von National Express als Regional Express "RE 7" und Regionalbahn "RB 48" im Solinger Hauptbahnhof vor. Sie sollen einen Schlussstrich unter überfüllte Züge und Verspätungen ziehen. Von Simon Janssen

Genervte Gesichter aufgrund von Zug-Verspätungen sind am Solinger Hauptbahnhof keine Seltenheit. Das soll sich schon bald ändern - vom 12. auf den 13. Dezember, um genau zu sein. Denn ab dann wird das britische Unternehmen National Express Triebwagenzüge des Typs "Talent 2" auf den Linien des Regional Express 7 (Münster - Wuppertal - Köln - Krefeld) und der Regionalbahn 48 (Köln - Wuppertal) einsetzen. Zehn dreiteilige und 25 fünfteilige Elektrotriebzüge stehen bereit. Derzeit absolvieren sie Testfahrten.

Ein Blick ins Innere: Der voll klimatisierte Zug des Typs "Talent 2" wird ab der Fahrplanänderung vom 12. auf den 13. Dezember auch durch Solingen fahren. FOTO: Bader (2) / Bauer (archiv)

Noch gehört der RE 7 zu den vier Linien in NRW mit den größten Verspätungen. "Das liegt daran, dass diese Linien in ihren Fahrbahntrassen zwischen zwei Fernverkehrszügen,eingeklemmt' sind", erklärt Pro-Bahn-Sprecher Lothar Ebbers. Laut Qualitätsbericht des Verkehrsbundes Rhein-Ruhr (VRR) kam rund jeder fünfte RE 7 im vergangenen Jahr zu spät. Die Pünktlichkeit soll künftig durch eine neue Höchstgeschwindigkeit der blau-weißen Fahrzeuge von 160 km/h (zurzeit 140 km/h) gesteigert werden. Zudem sollen die neuen spurtstarken Züge in der Lage sein, die Auswirkungen auf der vielbefahrenen Achse Hamm - Wuppertal - Köln zu kompensieren und durch ein optimiertes Beschleunigungsverhalten eine verbesserte Fahrplanstabilität zu erreichen.

Fahrgäste müssen sich im RE 7 zudem regelmäßig über stark gefüllte Waggons ärgern. Auch dem will National Express entgegenwirken. Im Vergleich zu den aktuell von der Deutschen Bahn eingesetzten Doppelstockwagen wird die Kapazität um etwa 30 Sitzplätze auf 510 Plätze pro Zug erhöht. Im Innenraum ähnelt die Aufteilung mit großzügigen Mehrzweckbereichen für Rollstühle, Kinderwagen oder Fahrräder sowie stufenlosem Einstieg an allen Türen den Zügen diverser privater Verkehrsanbieter, die schon jetzt vermehrt im VRR unterwegs sind.

Im großen Mehrzweckbereich mit Abstellmöglichkeit für Fahrräder gibt es auch eine behindertengerechte Toilette. FOTO: Michael Bader

Als Bietergemeinschaft mit Integro Verkehr hatte sich National Express Anfang 2013 im europaweiten Wettbewerbsverfahren auch gegen die Deutsche Bahn durchgesetzt. Der Vertrag wurde für 15 Jahre abgeschlossen. Die unterlegene Deutsche Bahn machte von einer Einspruchsmöglichkeit Gebrauch, die Vergabekammer bei der Bezirksregierung Münster stellte jedoch keinen Vergaberechtsverstoß fest. "National Express hat einfach das wirtschaftlichere Angebot gemacht", sagt Pro-Bahn-Sprecher Lothar Ebbers. Laut National-Express-Geschäftsführer Tobias Richter investiere man 170 Millionen Euro zuzüglich der Lieferung von Ersatzteilen. Wie ein Sprecher des Unternehmens mitteilte, verfügten die neuen Züge zudem über hohe Energieeffizienz. Dadurch seien sie in puncto Klimaschutz sowie ökologischer Nachhaltigkeit wegweisend.

Höhere Preise müssen Fahrgäste zum Fahrplanwechsel nicht befürchten: Auf Erhöhungen verzichtet die Deutsche Bahn weitgehend im Fernverkehr. Auch die Preise für Bahncard und Zeitkarten bleiben stabil. Ursache für die Zurückhaltung ist die Konkurrenz durch Fernbusse, die der Bahn auf den Fernstrecken viele Fahrgäste abgenommen haben. Die will sich die Bahn nun zurückholen.

Quelle: RP
 
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