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Solingen
Projektwoche gipfelt im Schulfest

Solingen. An der Wilhelm-Hartschen-Schule lernen die Schwächeren von den Fitteren.

Stolz ist Joachim Cerekwicki auf den sozialen Umgang seiner Schüler untereinander. An der Wilhelm-Hartschen-Schule besuchen Förderschüler gemeinsam mit Schwerbehinderten den Unterricht. "Früher hat man Schüler mit stärkeren Behinderungen oft isoliert unterrichtet", sagt der Schulleiter. "Bei uns sind die Klassen seit 25 Jahren bunt gemischt."

Das zahlt sich aus. Die Schwächeren lernen von den Fitteren, und die wiederum entwickeln soziale Stärken. Im normalen Unterricht sind die Klassen freilich nach Alter gestaffelt. Während der Projektwoche fiel auch diese Hürde. Sechsjährige arbeiteten gemeinsam mit 18-Jährigen und befassten sich mit den vier Elementen Wasser, Feuer, Luft und Erde.

Die Ergebnisse stellten die Schüler auf einem großen Sommerfest vor. In den Klassenräumen präsentierten die Gruppen stolz ihre Projekte. So bauten die Schüler zum Beispiel ein Hochbeet, befassten sich mit Ausgrabungen, schmiedeten Messer in der Gesenkschmiede oder entwickelten Methoden, Feuer zu machen.

Die Höhepunkte der Veranstaltung fanden in der Turnhalle statt. Auf einer schön aufbereiteten Bühne führten die Schüler vier Stücke auf. Der "Vogelhochzeit" folgte "Orpheus und Eurydike" in Zusammenarbeit mit dem Humboldt-Gymnasium. Später standen "Bilder in Bewegung" und ein "Wassertanz" auf dem Programm. Zum Abschluss spielte die Hinkelsteinband - eine Musikgruppe, in der neben ehemaligen Schülern auch Schulleiter Cerekwicki zum Instrument greift. Auf dem Schulfest fiel auf, dass sich die Ehemaligen der Wilhelm-Hartschen-Schule noch immer zugehörig fühlen. "Natürlich ist das Schulfest überwiegend eine familiäre Veranstaltung, obwohl auch Schüler von anderen Schulen kommen", erläutert Cerekwicki. "Aber Ehemalige schauen auf unseren Veranstaltungen immer vorbei. Das ist schön zu sehen." Ein halbes Jahr Vorbereitung haben die Teilnehmer in die Auftritte gesteckt. "Deshalb schaffen wir das auch nicht jedes Jahr", sagt der Direktor, der auch mit dem Schulfest auf die Fähigkeiten seiner Schülerschaft aufmerksam machen möchte.

Denn auf etwas mehr Offenheit der freien Wirtschaft hoffte Cerekwicki in der Vergangenheit vergeblich. "Wir haben jedes Jahr zwei oder drei Abgänger, die für eine normale Arbeitsstelle in Frage kämen. Leider kommen sie nur ganz selten in der freien Wirtschaft unter. Das ist wirklich schade."

(trd)
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