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Solingen
Prüfungs-Abiturmarathon im Humboldtgymnasium

Solingen. 37 Externe wurden Dienstag und Mittwoch mündlich geprüft. Für die Schule ist das mit viel Aufwand verbunden. Von Günter Tewes

Das diesjährige Abitur ist nach den schriftlichen Klausuren im April und Mai sowie den mündlichen Prüfungen im Anschluss im Prinzip abgearbeitet. Doch am Humboldtgymnasium herrschte gestern und vorgestern in Sachen Reifeprüfung noch einmal Hochbetrieb. "Wir brauchen von morgens 7 bis abends 19 Uhr alle Räume", berichtete Schulleiter Marko Voigt. Zusätzlich zum Humboldt-Kollegium waren sogar noch Lehrer vom Gymnasium Vogelsang eingebunden, um den Prüfungsmarathon zu stemmen. Denn das Ohligser Gymnasium ist von der Bezirksregierung Düsseldorf ernannt worden, die von der Oberen Schulaufsicht genehmigten externen Abiturprüfungen durchzuführen.

Während die Schüler des Humboldtgymnasiums am Dienstag und Mittwoch wegen Komplett-Auslastung der Schule unterrichtsfrei hatten, mussten 37 externe Abiturienten aus Mönchengladbach, Oberhausen, Essen und beispielsweise Wuppertal ihre mündlichen Prüfungen in gleich mehreren unterschiedlichen Fächern absolvieren. Zusammen summierte sich das auf gut 100 Prüfungen; jede wird von drei Lehrern begleitet.

"Es ist viel Aufwand, die Schüler, die wir nicht kennen und die wir bei uns im Unterricht nicht vorbereitet haben, zu beraten und sich auf sie einzustellen", erklärte Schulleiter Voigt auf Anfrage unserer Redaktion. Auch im nächsten und übernächsten Schuljahr hat die Bezirksregierung die Solinger Schule noch ausgewählt, die externen Abiturprüfungen durchzuführen. All jene, die gestern und vorgestern geprüft wurden, müssen in einem zweiten Teil nach den Sommerferien noch weitere vier mündliche Prüfungen ablegen. Zuvor hatten sie bereits in vier Fächern die Klausuren des Zentralabiturs geschrieben.

Diese besondere Regelung ermöglicht es den externen Schülern quasi als Quereinsteiger die Abiturprüfungen zu absolvieren. Viele haben sich in Privatschulen vorbereitet, einige aber auch selbstständig zu Hause mit entsprechendem Studienbericht. Marko Voigt hatte erwartet, dass diesen Weg überwiegend Berufstätige wählen, die mitten im Arbeitsprozess stehen. Doch es hat ihn überrascht, dass sehr viele junge Menschen Anfang 20 derart ihr Abitur nachholen wollen, nachdem sie die Schule mitunter zuvor abgebrochen hatten.

Quelle: RP
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