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Solingen
Public Viewing: Veranstalter setzen auf Security-Dienste

Gäste der meisten Events zur EM müssen sich auf Kontrollen einstellen. Anschlagsangst soll aber nicht Freude trüben. Von Martin Oberpriller

Für die deutschen Fußball-Nationalspieler ist die Partie heute Abend gegen Ungarn die Generalprobe zur Europameisterschaft in Frankreich. Denn bis zum ersten Gruppenspiel am Sonntag kommender Woche in Lille gegen die Ukraine sind es nur noch acht Tage.

Dabei steigt aber nicht allein bei den Kickern von Trainer Joachim Löw die Spannung. Auch in Solingen fiebert man dem Anpfiff zur EM entgegen. Wobei sich die Veranstalter der großen Public-Viewing-Events für das Turnier - zumindest in Sachen Sicherheit - bereits heute gut gerüstet fühlen.

Trotz der diese Woche bekannt gewordenen Anschlagspläne von Düsseldorf halten sowohl die Stadt als auch die Merscheider Cobra sowie das Getaway in Ohligs an ihren seit längerem entwickelten Vorkehrungen fest. "Anfang nächster Woche wird es zwar noch einmal Gespräche geben, welche Konsequenzen aus den Terrorplänen gezogen werden können", sagte gestern eine Sprecherin der Stadt.

Die Rahmenbedingungen für die Public Viewings im Theater und Konzerthaus stehen jedoch fest. So werden bei den Übertragungen der deutschen Spiele immer acht bis zwölf Mitarbeiter einer privaten Sicherheitsfirma vor Ort sein, die die jeweils rund 1500 erwarteten Fans am Eingang kontrollieren werden. So müssen die Besucher der größten Solinger Fußballparty ihre Taschen öffnen und werden abgetastet, ehe sie die Spiele im Konzertsaal auf einer 100 Quadratmeter-Leinwand verfolgen können.

Tatsächlich hat die Stadt bei früheren Welt- und Europameisterschaften bereits Erfahrung mit Public Viewing gesammelt, während diese Veranstaltungsform für das Getaway an der Kottendorfer Straße sprichwörtlich Neuland ist. Nervös sind die Veranstalter aber nicht. "Bei uns wird der Sicherheitsdienst anwesend sein, mit dem wir auch sonst zusammenarbeiten", sagt Annette Zahn vom Getaway-Team. Bei normalen Veranstaltungen gibt es bis zu sieben Securityleute, die Besucher am Eingang kontrollieren - und diese Zahl kann gegebenenfalls noch erhöht werden. Allerdings rechnet man im Getaway nicht damit. Annette Zahn: "Wir kennen die meisten unserer Gäste".

Gleiches gilt für die Cobra in Merscheid, wo man nach jetzigem Stand auf eine spezielle Security verzichten wird. "Bei uns herrscht eine eher ruhige Atmosphäre", betont Jörg Stuhldreier von der Cobra. Bei den bisherigen Public Viewings mit bis zu 400 Fans pro Spiel kamen vor allem Familien. Zwar werde man nach der Aufdeckung der Düsseldorfer Anschlagspläne noch einmal überlegen, ob etwas am Konzept zu ändern sei. "Doch absolute Sicherheit gibt es ohnehin nicht", ist sich Jörg Stuhldreier mit den anderen Public-Viewing-Machern einig. Sie alle hoffen, dass ihre Veranstaltungen vor allem eines werden: Fußballpartys.

Quelle: RP
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