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Interview mit Thorsten Kabitz
Radio RSG sieht Hörerrekord gelassen

Interview mit Thorsten Kabitz: Radio RSG sieht Hörerrekord gelassen
24 Jahre besteht der Lokalsender Radio RSG - 14 davon hat der Solinger Thorsten Kabitz in der Funktion als Chefredakteur gestaltet. FOTO: Martin Kempner
Solingen. 43 Prozent der Solinger und Remscheider schalten im Schnitt täglich den Lokalsender ein. Chefredakteur Thorsten Kabitz spricht über mögliche Gründe und ein baldiges Jubiläum: Im kommenden Jahr wird der 25. Geburtstag gefeiert.

Angesichts der höchsten Hörerquote in der 24-jährigen Geschichte des Lokalsenders: Knallen da in der Redaktion die Sektkorken ? Oder geht man schnell zur Tagesordnung über?

Kabitz Beides. Natürlich haben wir im Team darauf angestoßen. Aber der Wettbewerb macht eben keine Pause. Und wir müssen hart weiterarbeiten, um so ein Ergebnis zu bestätigen.

Wo lag senderintern die bisherige Bestmarke ?

Kabitz Im Jahr 2013 hatten wir schon einmal knapp 41 Prozent. Die Marktführung hatten wir etwa zwei bis drei Jahre nach dem Sendestart übernommen.

Nun ist es ja grundsätzlich nichts Neues, dass Lokalsender vor den größeren Programmen wie Eins Live oder WDR 2 die Nase vorn haben. Wie stehen denn die anderen Lokalradios in Nordrein-Westfalen da ?

Kabitz Insgesamt liegt die Bandbreite zwischen 18 und 50 Prozent Höreranteil. In der Tat sind in der klaren Mehrzahl die Lokalsender marktführend. Was uns bei Radio RSG aber besonders freut ist, dass es uns gelingt, mit unserem Programm gleichermaßen die Hörer in Remscheid und Solingen zu erreichen, obwohl diese Städte sich ja bekanntlich nicht immer in allem einig sind. In Mülheim an der Ruhr und Oberhausen zum Beispiel hat das nicht funktioniert: Für beide Städte sendet ein Studio inzwischen ein getrenntes Programm.

Was ist den Hörern denn am wichtigsten, wenn sie das Radio einschalten ?

Kabitz Ein klares Argument ist nach wie vor der Musikmix. Wichtig sind aber natürlich auch der Wetterbericht, der Verkehrsservice und die lokalen Nachrichten - weil man da eben erfährt, was vor der eigenen Haustür passiert. Aber auch die Mischung zwischen ernsten Themen und Unterhaltung ist von großer Bedeutung: Drei Viertel unserer Hörer haben morgens zwischen 6 und 10 Uhr das erste Mal am Tag Kontakt zu uns. Und gerade der gewisse Gute-Laune-Faktor, den unsere Doppelmoderation versprüht, hilft sicher manch einem, auch an einem trüben, verregneten Tag aus dem Bett zu kommen.

Apropos - haben Sie eigentlich einen Radiowecker, über den Ihre Kollegen Sie morgens gewissermaßen aus dem Schlaf holen ?

Kabitz Ja. Wenn ich sowieso morgens selbst moderiere, stehe ich mit dem eigenen Programm auf. Die Schwierigkeit ist im Moment allerdings, dass mein zweijähriger Sohn noch länger schläft als ich, und da muss ich natürlich leise sein.

Die typische Zielgruppe des Senders sind laut Marktforschung die 14 bis 49-Jährigen. Orientiert sich eigentlich auch das Programm gezielt daran ?

Kabitz Teils, teils. Wir werden ja im kommenden Jahr 25. Und man kann schon sagen, dass viele Hörer mit uns älter geworden sind. Viele haben sich damals gefreut, dass es einen eigenen Sender für Solingen und Remscheid gibt. Es kommen aber natürlich auch jüngere Hörer nach. Wenn wir, wie der WDR, mehrere Sender für unterschiedliche Gruppen hätten, könnten wir vielleicht unsere Hörerzahlen noch weiter nach oben schrauben. Wir wollen ein Radio für Familien sein - und dazu gehören Themen, die etwas mit Kindergarten, Schule und Ausbildung zu tun haben, genauso wie etwa der Bereich Pflege.

Wenn Sender Jubiläum feiern, wie RSG im kommenden Jahr, hört man oft Anekdoten à la "Wir haben die ersten Sendung aus der Abstellkammer übertragen." Gibt es derartige Klischees auch bei Radio RSG?

Kabitz Nicht ganz. Unser Studio steht seit damals an derselben Stelle. Ende Juli wurde bei uns noch umgebaut, da haben wir ein neues Mischpult bekommen. Das ist natürlich ein Riesensprung gegenüber vor dem Start vor 24 Jahren. Damals gab es noch eine Bandmaschine, jeder Werbespot war auf eine Kassette aufgespielt, und ich musste als Praktikant kistenweise die CDs mit Musiktiteln raussuchen.

Können Sie eigentlich heute noch ganz entspannt Radio hören, ohne das mit dem Beruf zu verknüpfen?

Kabitz Das ist gar nicht so einfach. Manchmal nervt das die Familie schon ein bisschen, wenn wir in die Ferien fahren, und ich versuche, alle verfügbaren Sender zu verfolgen. Ich bin eben so radio-verrückt, dass ich alles, was es an Ideen gibt, mitnehmen möchte.

ALEXANDER RIEDEL FÜHRTE DAS GESPRÄCH

Quelle: RP
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