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Solingen
"Rampenlicht" bot zum Finale ein unterhaltsames Schauspiel

Solingen. Seit neun Jahren spielt das Ensemble auf der kleinen Bühne im Solinger Autohaus Schönauen. Durch den Umbau des Hauses muss das Laientheater nach dieser Spielzeit schließen. Die Suche nach einem neuen und vor allem bezahlbaren Domizil war nicht erfolgreich, so dass sich das Ensemble wohl Ende des Jahres auflösen wird: Damit ist das Theater "Rampenlicht" Geschichte. Von Wolfgang Günther

"Eigentlich sind wir auch froh, dass wir mal ein wenig durchschnaufen können", sagte Leiterin Bianca-Maria Hoppe am Rande der Premiere des neuen Stückes. "Inzwischen ist es auch schwieriger geworden, junge Menschen zum Theaterspielen zu motivieren", meinte die Schauspielerin und ergänzte: "Also Wehmut kommt durch die Schließung nicht auf - es war eine tolle Zeit für uns alle".

Zum Abschluss spielt die Truppe bis Mitte Dezember an der Friedrichstraße ein Stück ihres Lieblingsautors Frank Pinkus. Die Komödie "Meine fünf Frauen" ist sicher nicht sein bestes Stück, und der Hausregisseur Philip Flottau hat es auch versäumt, die Handlung des Lustspiels besonders zu Beginn ein wenig zu straffen. Da lag also der Erfolg an dem Ensemble. Die Mitwirkenden gaben deutlich ihr Bestes und boten im ausverkauften kleinen Theater den Zuschauern einen sehr unterhaltsamen Abend.

Bianca-Maria Hoppe zieht in der weiblichen Hauptrolle die Fäden. Ihr geht das ewige Mäkeln ihres Ehemanns Nobbi (brillant gespielt von Norbert Grüll) auf die Nerven. Nobbi sehnt sich in seinen Wunschvorstellungen nach der idealen Ehefrau. Dieses Thema hat bereits der deutsche Romantiker E. T. A. Hoffmann verarbeitet. Frank Pinkus geht da etwas raffinierter vor, denn die Ehefrau hat einen Plan, und bringt mit ihrem Ränkespiel ihren Ehemann in einem halben Jahr Eheurlaub schier zur Verzweiflung.

Da trifft er auf die Ansprüche der Mütterlichen, die kindliche Einfalt der Naiven, das kapriziöse und neurotische Luxusweibchen und die Aktionskünstlerin. Andrea Hassel, Miriam Kraft, Feline Braun und Pauline Kunde treffen auf den Punkt genau die passenden Nuancen in ihren jeweiligen Rollen.

Hatte die Handlung zu Beginn ein wenig durchgehangen, steigerte sich der zweite Akt in eine furiose Spirale der Absurdität. Norbert Grüll muss hier alle Facetten seiner Schauspielkunst zeigen, um die körperlichen Strapazen dieser Rolle zu bewältigen. Denn alle Frauen fordern die Erfüllung jenes Versprechens ein, das er ihnen übermütig gewährt hat. Jede vermeintliche Affäre wird zum Alptraum. Natürlich ist am Ende der Komödie die Ehefrau die ideale Partnerin. Wie sollte es auch anders sein ?

Viel Applaus gab es von den Premierengästen, in den durchaus auch ein wenig Melancholie einfloss, denn das Ensemble hatte sich einen guten Ruf in der Klingenstadt erworben. "Meine fünf Frauen" wird bis zum 10. Dezember jeweils freitags und samstags im "Rampenlicht" gespielt.

www.rampenlicht-solingen.de

Quelle: RP
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