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Solingen
Rassismus im Alltag erkennen

Solingen. Der Antirassismustag auf dem Fronhof und in der Stadtkirche lenkte den Blick auf das Thema. Von Benjamin Dresen

Rassismus, das ist nicht nur das Unwesen rechtsextremer Gewalttäter. Rassistisches Verhalten hat viel mehr Formen, tritt im Alltag in Erscheinung und ist längst nicht nur unter politisch "Rechten" anzutreffen. "Jeder von uns hat Vorurteile, mit denen er aufgewachsen ist", sagt Mareike Pach. Sie hat als Koordinatorin der städtischen Antirassismusarbeit mit dem Bündnis für Toleranz und Zivilcourage den zweiten Antirassismustag auf dem Fronhof und in der Stadtkirche organisiert.

Der Aktionstag unter dem Motto "Rassismus - was hat das mit mir zu tun?" hat es sich zum Ziel gesetzt, auf die verschiedenen Formen von Rassismus aufmerksam zu machen und junge Menschen für die Gefahren, die vom Rassismus ausgehen, zu sensibilisieren. "Es soll aber genauso darum gehen, das Miteinander von möglichst vielen Menschen und Kulturen zu zelebrieren", umreiß Koordinatorin Mareike Pach das Anliegen.

Die Stadt Solingen beteiligt sich mit dem Aktionstag an den Internationalen Wochen gegen Rassismus, die noch bis zum 23. März dauern.

Der Antirassismustag bot ein vielfältiges Programm: Beim Projekt des Stadtjugendrings mit dem Theaterpädagogen Hüsnü Turan spielten Jugendliche auf dem Fronhof Improvisationstheater. Sie zeigten Alltagsszenen, in denen rassistische Vorurteile eine Rolle spielen, etwa bei der Beschimpfung eines Bettlers durch einen Passanten. Die Zuschauer waren aufgefordert, sich einzumischen, den "Täter" zu ersetzen und so das Geschehen zum Positiven zu verändern.

In einem Quiz konnten die Jugendlichen ihr Wissen zum sensiblen Thema Rassismus und seinen Ausprägungen testen. Beim Antirassismus-Cup der Jugendförderung bildeten Fremde spontan Mannschaften zum Fußballturnier. Gemeinsam mit Künstler Matthias Furch gestalteten Jugendliche Postkarten. Diese ließen sie mit ihren Wünschen für ein friedliches Miteinander an Luftballons steigen.

Auch vier Solinger Schulen beteiligten sich mit eigenen Beiträgen zum Thema Rassismus: Das Mildred-Scheel-Berufskolleg zeigte in der Stadtkirche zum Beispiel Filme, die im Unterricht entstanden. Dort stellten zudem Schüler der August-Dicke-Schule Plakate aus, die sie gestaltet hatten. Schüler des Technischen Berufskollegs trugen auf dem Fronhof wiederum "Gebete und Gedanken für ein friedliches Miteinander" vor. Und die Zeitschrift des Friedrich-List-Berufskollegs informierte ihrerseits über die Gemeinsamkeiten, aber auch über die Unterschiede von Christentum und Islam.

Quelle: RP
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