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Solingen
Rasspe-Altlasten: Erste Resultate liegen vor

Solingen: Rasspe-Altlasten: Erste Resultate liegen vor
Auf dem Gelände der alten Fabrik Rasspe sollen moderne Arbeitsplätze entstehen. Die einstige Firma zog vor einigen Jahren nach Wermelskirchen. FOTO: Köhlen
Solingen. Auf dem Areal in Stöcken gibt es Rückstände von Blei und Kriegs-Blindgänger. Der Zeitplan für das Gewerbegebiet ist aber ungefährdet. Im September soll die Reparatur des Daches beginnen, das bei einem Großfeuer zerstört wurde. Von Martin Oberpriller

Das alte Werksgelände in Stöcken gehört zu den sprichwörtlichen Filetstücken Solingens. In den kommenden Jahren soll auf dem ehemaligen Rasspe-Areal zwischen der Stadtmitte sowie der Kohlfurth ein modernes Gewerbegebiet entstehen, in dem Hightech-Firmen eine neue Heimat finden. Doch bevor auf dem ungefähr 6,6 Hektar großen Grundstück mit der Schaffung möglichst vieler Arbeitsplätze begonnen werden kann, müssen zunächst einmal die Erinnerungen an die Vergangenheit beseitigt werden. Denn rund 150 Jahre industrielle Nutzung haben durchaus ihre Spuren hinterlassen.

Diese Aussicht auf den Himmel gibt es nicht mehr lange. Das einstige Rasspe-Hauptgebäude bekommt bald ein neues Dach. FOTO: Köhlen Stephan

Dies ergibt sich aus Untersuchungen, die der Verband für Flächenrecycling und Altlastensanierung (AAV) in den zurückliegenden Monaten im Auftrag der Wirtschaftsförderung Solingen durchgeführt hat. So gehen die Experten mittlerweile davon aus, dass sich im Erdreich auf dem Gelände unter anderem Blei befindet. Und auch Blindgänger aus dem Krieg gilt es zunächst einmal zu beseitigen, ehe mit der Umgestaltung der Fläche sowie der Bebauung begonnen werden kann.

Für die Verantwortlichen sind solche Befunde indes keine Überraschung. "Uns war klar, dass auf dem Rasspe-Gelände Altlasten liegen", sagte gestern beispielsweise Hans-Michael Schwebel von der Wirtschaftsförderung im Gespräch mit unserer Redaktion. Allein schon der Umstand, dass früher auf dem Areal eine Tankstelle betrieben worden sei, habe solche Vermutungen nahegelegt, betonte Schwebel, der zudem unterstrich, die Wirtschaftsförderung liege bei der Reaktivierung der augenblicklichen Industriebrache weiterhin gut im Zeitplan.

Tatsächlich stehen für die Entwicklung des gesamten Grundstückes gut fünf Millionen Euro zur Verfügung, von denen die Stadt 20 Prozent aufzubringen hat. Die restlichen 80 Prozent kommen von der AAV, die eine Körperschaft des öffentlichen Rechts ist und in der das Land sowie alle NRW-Kommunen, also auch Solingen, Mitglieder sind.

Dabei gilt es nun, in den kommenden Wochen und Monaten die anstehenden Arbeiten auf dem Areal möglichst genau zu koordinieren. So sollen die eigentlichen Sanierungsschritte, etwa die Räumung des Blindgängers, und die Abrisse von Gebäudeteilen in einer bestimmten Reihenfolge vonstattengehen - zumal in Kürze ein noch anderes, von der Reaktivierung unabhängiges Vorhaben angegangen werden wird.

Der Hintergrund: Nach dem verheerenden Großbrand vom Januar 2016 fehlt an einem Flügel des Hauptgebäudes an der Straße Stöcken nach wie vor das Dach. Die alte Konstruktion war bei dem Feuer, das höchstwahrscheinlich auf das Konto von Brandstiftern geht, komplett zerstört worden. Und auch sonst hatten die Verantwortlichen seinerzeit erhebliche Schäden an dem historischen Bau zu beklagen, die nun voraussichtlich nach den Sommerferien ab September behoben werden.

"Die Entscheidung über die Vergabe der Dachstuhlarbeiten erfolgt noch in dieser Woche", kündigte Wirtschaftsförderer Schwebel in diesem Zusammenhang am Montag an und betonte darüber hinaus, dass parallel auch die Ausschreibungen für die Dachdecker-Arbeiten erfolgten.

Um die Finanzierung der notwendigen Schadensbehebung muss sich die Wirtschaftsförderung als Eigentümerin des Rasspe-Areals derweil keine Sorgen machen. Denn die anfallende Summe von immerhin 150.000 Euro wird von der Versicherung getragen. Wobei die mit dem Gelände betrauten Stellen in der Verwaltung zuversichtlich sind, dass es bei diesen Kosten bleiben wird. So habe das Gebäude durch die relativ lange Zeit ohne Dach keinen weiteren Schaden genommen, hieß es gestern vonseiten der Wirtschaftsförderung.

Läuft alles nach Plan, soll 2018 zum Jahr der Sanierung werden, während mit einer Vermarktung der dann instandgesetzten Fläche im Anschluss zu rechnen ist. Demnach ist es denkbar, dass im übernächsten Jahr die ersten neuen Firmen nach Stöcken ziehen.

Quelle: RP
 
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