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Solingen
Rathausplatz wird zum Walter-Scheel-Platz

Solingen. Der bisherige Rathausplatz soll in Walter-Scheel-Platz umbenannt werden. Bei zwei Enthaltungen und einer Gegenstimme (Linke) empfiehlt dies die Bezirksvertretung Mitte dem Ausschuss für Stadtentwicklung, Umwelt, Klimaschutz und Mobilität und dem Stadtrat.

Die Linke ist gegen die Umbenennung. Zum einen, weil Walter Scheel früher Mitglied der NSDAP gewesen sei. Zum anderen, weil die Benennung eines Platzes am Rathaus mit Rathausplatz überall Tradition habe.

Dass Scheel NSDAP-Mitglied war, ist nicht neu. Ende 1978 erklärte der Höhscheider im Zuge der Diskussion über die NSDAP-Mitgliedschaft von Karl Carstens, dem potenziellen Nachfolger von Scheel im Amt des Bundespräsidenten, überraschend der Presse, dass auch er Parteimitglied gewesen sei - seit 1942, als er 23 Jahre alt und Soldat war. Die Mitgliedschaft habe während der Militärzeit geruht. Zu den Motiven, warum er in die NSDAP eingetreten ist, hat sich Scheel nie öffentlich geäußert. Das alles lässt das Solinger Stadtarchiv auch nicht unerwähnt in der Vorlage für die Umbenennung des Rathausplatzes in Walter-Scheel-Platz.

Bezirksbürgermeister Richard Schmidt (SPD) würdige Walter Scheel gleichwohl als "offenen Menschen, der viel für Solingen getan" hat. Auch Hansjörg Schweikhart (CDU) fand eine Lebenslauf-Diskussion zum jetzigen Zeitpunkt für "unwürdig". Scheel, ehemaliger Bundespräsident und Ehrenbürger der Stadt, verstarb am 24. August 2016. Sein Wirken in Solingen, als Politiker und als Präsident, soll durch die Benennung eines repräsentativen Platzes gewürdigt werden. Der Platz vor dem Rathaus "stellt einen angemessenen Ort für die Würdigung von Walter Scheel dar", findet die Verwaltung.

(uwv)
 
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