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Solingen
Realschüler starten Aktionen für Walder Flüchtlinge

Solingen. Beim Projekttag der Albert-Schweitzer-Realschule waren Flüchtlinge das Thema. Beteiligt waren die Kirchen. Von Benjamin Dresen

Die Schüler der Albert-Schweitzer-Realschule in Wald wollen helfen. Als Flucht und Flüchtlinge Thema im Unterricht waren, kam von ihrer Seite der Wunsch, sich zu engagieren. "Wir wollen auch etwas machen", hieß es dort vielfach, wie Lehrerin Antje Goecke berichtet.

Beim Projekttag entwickelten die Schüler klassenweise Aktionen, die sie im zweiten Schulhalbjahr für Flüchtlinge oder mit ihnen zusammen durchführen wollen. Jede der 21 Klassen fasste gemeinsam einen Plan: So wollen die Schüler am ersten warmen Tag einen Eiswagen sponsern und begleiten, ein Fußballspiel organisieren und mit den Flüchtlingen kochen, malen und basteln. Weitere geplante Aktionen sind, ein Lesebuch zum Deutschlernen vorzubereiten und mit Musizieren Spenden zu sammeln.

Konkret sollen diese Aktionen den 50 Menschen zugutekommen, die im evangelischen Gemeindehaus in der Corinthstraße untergebracht sind. Dessen Belegung wechselt im Moment: Neue Familien werden dort untergebracht und die bisherigen Bewohner ziehen in Wohnungen um.

Bislang hatten die Schüler wenig persönliche Kontakte zu Flüchtlingen. Dies soll sich durch das Engagement ändern, auch sollen Vorurteile und Berührungsängste abgebaut werden. "Die Schüler hören, was zu Hause gesprochen wird", sagt Antje Goecke. Generell seien die Schüler Flüchtlingen gegenüber aber sehr aufgeschlossen. Bevor die Realschüler Pläne für ihr Engagement schmiedeten, führte sie der Projekttag inhaltlich an das Thema Flucht und Flüchtlinge heran. Eine Fantasiereise sollte als persönlicher Einstieg helfen, Empathie zu bilden. Dabei sollten die Schüler ihr Zuhause verlassen und durften nur drei Dinge mitnehmen. In einem zweiten Schritt lernten die Schüler anhand von Fotografien und Berichten die Fluchtgeschichten von vier Menschen kennen. Eine anschließende Lerneinheit vermittelte Hintergrundwissen über Syrien, die Fluchtursachen und den Weg nach Europa. Mit diesen Kenntnissen gerüstet entwickelten die Klassen ihre Aktionen. Die Idee zum Projekttag entstand in der Fachschaft Religion, zu der auch Lehrerin Antje Goecke gehört.

Beteiligt waren außerdem die christlichen Kirchen: Für die evangelische Kirche Pfarrer Bernd Reinzhagen, für die katholische Kirche Bernd Foitzik vom Schulpastoral des Erzbistums Köln. Ein gemeinsamer Gottesdienst in der Kirche Sternstraße schloss den Projekttag ab.

Quelle: RP
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