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Solingen
Regenwasser über Rinnen in den Bach leiten

Solingen. Am Demmeltrather Bach unterhalb der Siedlung Wasserturm muss kein neuer Abwasser-Sammler gebaut werden. Von Günter Tewes

Die Siedlung am Wasserturm des Spar- und Bauvereins wird derzeit saniert. Dabei erhalten die Mehrfamilienhäuser oberhalb des Demmeltrather Baches auch neue Fassaden mit Wärmedämmung. Bemerkenswert ist freilich ein Detail: Die Regenfallrohre verschwinden nicht mehr - wie üblicherweise - am Fundament der Häuser im Boden, damit das Niederschlagswasser, das sich auf den Dächern sammelt, der Kanalisation zugeführt werden kann.

Vielmehr fließt dieses Regenwasser zukünftig erst gar nicht mehr in die Abwasserrohre der Siedlung, sondern wird oberflächlich über Mulden in den Rasenflächen in Richtung Demmeltrather Bach geleitet, wie Wulf Riedel und Dirk Beckmann, Abteilungsleiter beziehungsweise Projektleiter bei den Technischen Betrieben (TBS), erklären.

Auch sauberes Grund- und Quellwasser, dass viel zu schade für den Abfluss in die unterirdische Kanalisation wäre und dort zudem Kosten verursachen würde, können die Mulden nach einem kräftigen Gewitterschauer aufnehmen. "Die Rinnen sind Rasenmäher-tauglich", erläutern Riedel und Beckmann mit Blick auf den möglichst geringen Unterhaltungsaufwand der Mulden, die lediglich als kleine Vertiefungen im Rasen zu sehen sind.

Circa ein Kilometer Rinnen werden in der Siedlung mit den rund 80 Mehrfamilienhäusern angelegt. Es gibt drei Einleitstellen in den Demmeltrather Bach. Vergangene Woche haben die Bauarbeiten dafür begonnen. 460 000 Euro investieren die Technischen Betriebe in das Projekt, das gleich in mehrfacher Hinsicht Vorteile bringt.

Würden die Dachflächen weiterhin in die Kanalisation entwässern, müsste der Sammler am Demmeltrather Bach vergrößert werden. Diese Investition dürfte mit 1,2 Millionen Euro zu Buche schlagen und würde zudem einen erheblichen Eingriff für den Naturschutzbereich bedeuten. Dank des Rinnensystems fürs Regenwasser in der Siedlung am Wasserturm wird dies also nicht erforderlich. Zugleich kann der Spar- und Bauverein, der im Zuge der Sanierung auch die Abwasserleitungen an den Häusern auf den neuesten Stand bringt, Fördergelder vom Land für die Baumaßnahme bekommen.

Wulf Riedel und Dirk Beckmann von den Technischen Betrieben sprechen denn auch von einer "Win-win-Situation".

Quelle: RP
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