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Solingen
Region will nach innen und außen punkten

Solingen. "Unternehmerregion" Bergisches Land entwickelt ein Leitbild, das Gemeinsames in den Fokus rückt. Von Martin Oberpriller

Solingen - eine kleine graue Stadt im Ruhrgebiet ? Sicher nicht, doch außerhalb des Bergischen Landes stoßen die einzelnen Großstädte der Region sowie das Städtedreieck als Ganzes immer noch auf viel Unwissen. Und sogar im Bergischen selbst scheint es bisweilen in der DNA der Menschen festgelegt zu sein, das eigene Licht unter den Scheffel zu stellen.

Eine Einstellung, die der nach einer neuen Untersuchung erfolgreichsten deutschen Innovationsregion nördlich von Stuttgart zwar kaum gerecht wird, aber offenbar so unvermeidlich erscheint wie der häufig regenwolkenverhangene bergische Himmel. Und eine Einstellung, die nach innen wie nach außen verändert werden soll. Darum ist jetzt im Rahmen der Bergischen Struktur- und Wirtschaftsförderungsgesellschaft (BSW) damit begonnen worden, ein zukünftiges Leitbild zu erarbeiten, das im kommenden Jahr fortgeführt wird. Unter dem Titel "Unternehmerregion" stellten Solingens Oberbürgermeister Tim Kurzbach als Aufsichtsratschef der BSW, der Rektor der Bergischen Universität Prof. Lambert Koch in der Funktion des BSW-Beiratsvorsitzenden sowie BSW-Geschäftsführer Stephan A. Vogelskamp gestern in Wuppertal die ersten Ansätze dieser neuen Strategie vor.

Dabei gilt es, unter anderem ausgehend von den Menschen, ihrem Zusammenhalt und ihrer Identität, die Frage zu beantworten, wohin das Bergische Land in Zukunft will. Das Potenzial für eine erfolgreiche Fortentwicklung besteht, daran haben die Verantwortlichen keinen Zweifel. Voraussetzung ist allerdings, dass sich die Region als solche versteht. Ziel müsse es sein, Alleinstellungsmerkmale wie die Müngstener Brücke, aber auch Attraktionen wie die Stadthalle Wuppertal als bergische Pluspunkte zu begreifen. Wobei OB Kurzbach beispielsweise seinen jüngsten Wirtschafts-Besuch in Israel nannte, bei dem er alle drei bergischen Großstädte vertreten habe. Dass eine solche Strategie Erfolg verspricht, zeigt für BSW-Geschäftsführer Vogelskamp etwa der Kongress an der Müngstener Brücke zum Weltkulturerbe, der auf überwältigende Resonanz gestoßen sei.

Deshalb soll der eingeschlagene Weg nun konsequent fortgeführt werden. So kündigte Prof. Koch, unter dessen Leitung die erste Broschüre zum Leitbild entstanden war, am Freitag an, 2018 die nächsten Schritte zu gehen. "Wir stehen vor der Bewährungsprobe", sagte Koch. Bei einer Tagung auch mit auswärtigen Experten müssten fortan konkrete Maßnahmen, zum Beispiel in der Bildung, angestoßen werden. Aus dem Leitbild solle ein Leitfaden werden, der später Leitplanken gemeinsamen Handelns herausbilde. Was wiederum nötig ist, um für die Region millionenschwere Fördermittel zu bekommen, wie OB Kurbach betonte.

Quelle: RP
 
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