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Solingen
Robert Krumbein - zurück in der Heimat

Solingen: Robert Krumbein - zurück in der Heimat
Im vertrauten Gespräch vertieft: Robert Krumbein und Ehefrau Elke, kurz vor der Wahl zum Ersten Beigeordneten im Ratssaal des Dormagener Rathauses. FOTO: Anja Tinter
Solingen. Am 1. Oktober wird der künftige Erste Beigeordnete an seinem neuen Arbeitsplatz im Rathaus seiner Geburtsstadt Platz nehmen. Der "politische Beigeordnete" sieht sich in der Schnittstelle von Politik und Verwaltung als "Übersetzer". Von Klaus D. Schumilas

Dass Robert Krumbein im Herbst in seine Geburts- und Heimatstadt zurückkehren kann, hat er dem "Wechselfieber" im Dormagener Rathaus zu verdanken. Als er davon hörte, dass Kai Uffelmann als Erster Kreisrat in den Landkreis Harburg wechseln will, "da habe ich im Scherz gefragt, was haltet ihr davon, wenn ich nach Dormagen zurückkomme? Als "fixe Idee" bezeichnet Krumbein (59) das, was seit einer Woche Wirklichkeit ist, wo ihn der Stadtrat einstimmig zum neuen Ersten Beigeordneten und damit Bürgermeister-Stellvertreter wählte. Seine Bewerbung (eine unter 23 insgesamt) war seine ganz persönliche Antwort auf die Frage: "Wo fühle ich mich wohler?" Es war eine "egoistische Entscheidung", sagt er.

In den vergangenen gut sechseinhalb Jahren hat Krumbein seinen Worten zur Folge erfahren, was den Unterschied bei der Erfüllung einer Aufgabe als Rathaus-Spitzenbeamter ausmacht, ob man die Stadt "aus dem Eff-Eff kennt, oder ob man Zugezogener ist". "In Dormagen sind mir die Netzwerke geläufiger und Bezüge schneller zu durchschauen". Anders als in Solingen wisse er auch noch "bei 95 Prozent der Dormagener Straßen, in welchem Ortsteil sie liegen". Es stellte sich die Frage, wie nah man an der gesellschaftlichen Realität ist. In Dormagen lebt seine Mutter Elisabeth, dort hat er Freunde wohnen. Krumbein besuchte als Kind die Grundschule Zons, baute am damaligen Städtischen Gymnasium das Abitur, studierte zuerst zwei Jahre Politik, dann Rechtswissenschaften in Köln. Bei der Sozialdemokratischen Gemeinschaft für Kommunalpolitik (SGK) in Düsseldorf war er ab 1990 zunächst Referent und von 1992 bis 2008 stellvertretender Geschäftsführer.

Der Jurist muss künftig als "politischer Beigeordneter" in Dormagen betrachtet werden, die Vita lässt keinen anderen Schluss zu: Von 1981 bis 2008 saß er für die SPD im Dormagener Stadtrat, führte ab1989 die Fraktion. 1995 bis 2000 war Krumbein für eine Periode Mitglied im NRW-Landtag. "Als ich in Solingen anfing, hieß es auch: Da kommt die fünfte Kolonne der SPD", erinnert sich Krumbein. "Aber das ist nicht die Rolle eines Beigeordneten. Ich habe in meinem engsten Umfeld auch einen CDU-Mann, und das ist gut so." Er sieht in seiner Politikerfahrung Chancen und sich selbst in einer "Übersetzer-Funktion": "Ich kann sicher der Politik gut erklären, warum es sich um einen guten Vorschlag der Verwaltung handelt." Umgekehrt könne er im Verwaltungsvorstand für Verständnis werben, wenn sich Politik nicht so verhält, wie Verwaltung es gern hätte.

Wenn Krumbein im Herbst sein Büro bezieht, dann gehören neben Feuerwehr/Rettungsdienst sowie Sicherheit und Ordnung auch Bildung und Kultur zu seinem Fachbereich. "Das ist neu für mich, aber die Herausforderungen von Schule sind mir durchaus bekannt."

Ehefrau Elke nahm die Ratsentscheidung als Signal für die Suche nach einem neuen Zuhause in Dormagen. Das Paar gehört zu den überzeugten Wohnmobilisten, ist gern mit der Wohnung auf vier Rädern in Südeuropa und im Sommer in Skandinavien unterwegs. Der Hobbykoch ("zu Hause ist das meine Sache") zählt auch Wandern zu seinen Hobbys, "gern im Solinger Umfeld, entlang der Wupper".

Quelle: RP
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