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Solingen
"Rock Classic Allstars" begeistern

Solingen. Ganz zufrieden schaut Hans Knopper nicht aus. Der Leiter des Solinger Kulturmanagements sucht nach Gründen für den schleppenden Kartenverkauf der Konzert- und Partyveranstaltung zu Halloween im Konzertsaal. Von Wolfgang Günther

"Vielleicht gab es doch zu viele gleich gelagerte Partys in der Stadt", überlegt der Kulturmanager. An der Ausstattung lag es nicht. Der Konzertsaal war unheimlich geschmückt, die professionelle Lichtshow beeindruckte, es gab preiswerte Getränke. Da bleibt nur die Musik - aber an der lag es bestimmt nicht, denn der Abend mit den "Rock Classic Allstars" hätte jeder Weltmetropole zur Ehre gereicht.

Vor zehn Jahren haben sich die Allstars gegründet. Etwa 50 bekannte Rockstars aus England und den USA formieren sich in diesem einzigartigen Bandprojekt immer wieder neu. Die in Solingen auftretenden Musiker nahmen die Zuhörer mit auf eine Reise durch die letzten Jahrzehnte der Rockmusik. Die meisten von ihnen tragen die Bezeichnung "Ex" in ihrer Berufsangabe und nähern sich zum Teil auch dem Rentenalter. Das spielt aber in ihrem fulminanten Auftritt keine Rolle. Rockstars altern eben nicht.

Den Auftakt in diesem mitreißenden Rockfeuerwerk bildete der Auftritt des Gitarristen und Sängers Steve Whalley, Mitglied der Band "Slade" von 1993 bis 2005. Unterstützt von seinen Kollegen, guten Background-Sängerinnen und einer fulminanten Rhythmussektion rockte er los. Im Joe Cocker-Sound interpretierte er unter anderem den Ray Charles-Evergreen "Unchain My Heart". Einen großen Auftritt hatte auch Rob Benson, Ex-Mitglied der legendären Band "T-Rex". Brannten seine Kollegen ein Gitarrengewitter der Sonderklasse ab, brachte später Greg Bannis den Soul ins Spiel. Auch er ein "Ex" - von 1992 bis 2010 war Bannis Lead-Sänger der Band "Hot Chocolate". Er avancierte zum Publikumsliebling, mit dem Chartstürmer der 1970er Jahre "You Sexy Thing" brachte er den Konzertsaal zum Kochen.

Das dreistündige Programm der Rockstars setzte sich später in kleiner Besetzung als After-Show-Party fort. Auch wenn zu den anfänglichen gut 400 Besuchern später noch einige Interessenten hinzukamen, blieben im unbestuhlten Konzertsaal doch einige Flächen frei. Aber jene Besucher, die den richtigen Riecher hatten, kamen in den Genuss eines Konzerts vom Allerfeinsten.

Quelle: RP
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