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Solingen
Roter Esel: Erste Flüchtlinge ziehen im September ein

Solingen: Roter Esel: Erste Flüchtlinge ziehen im September ein
Bis zu 200 Menschen soll im und rund um den Roten Esel eine neue Herberge finden. FOTO: Kempner
Solingen. Rund 200 Anwohner und Flüchtlingshelfer besuchten zum Tag der offenen Tür das frühere Schulgebäude und die Container-Anlage. Von Alexander Riedel

Auch wenn der Grünstreifen zwischen dem Backsteingebäude und den bunten Containern derzeit nur ein Teppich ist, um sich in der Baustelle die Schuhe nicht schmutzig zu machen - ein Großteil der Arbeiten an der neuen Flüchtlingsunterkunft in Wald ist abgeschlossen. "In der nächsten Woche werden die Pflasterarbeiten fertig sein, auf den Platz kommen zudem in Kürze noch Sitzgelegenheiten und Spielgeräte", erklärte Dirk Wagner. Der städtische Flüchtlingskoordinator begrüßte rund 200 Gäste, darunter ehrenamtliche oder für Stadt und Sozialverbände tätige Flüchtlingshelfer, aber auch Anwohner. "Ich bin hier zur Schule gegangen und möchte gerne sehen, was sie daraus machen", verriet eine Walderin und verschwand rasch im früheren Schulgebäude.

In dessen Treppenhaus fand sich schnell der erste Hinweis auf die künftigen Bewohner: Den Aushang, der über Notruf, Fluchtwege und Löschversuche aufklärt, gibt es in neun verschiedenen Sprachen, darunter Swahili für Zuwanderer aus Ostafrika sowie Dari für Afghanen und Arabisch. Bis zu 200 Menschen werden im "Roten Esel" und dem benachbarten Container ab September leben. Woher sie kommen und welche Hintergründe sie haben, ist dabei noch ungewiss - bis Ende September werden der Klingenstadt 280 Flüchtlinge vom Land zugewiesen. "Uns ist wichtig, in allen Einrichtungen eine gute Mischung hinzubekommen, zum Beispiel aus Familien und Einzelpersonen", versicherte Dirk Wagner.

Die Bewohnerstruktur beschäftigte auch die Nachbarn. "Bei der Belegung muss man natürlich dafür sorgen, dass das passt und es keine Konflikte gibt", sagte etwa Ulrike Hanke, die sich selbst ehrenamtlich für die Versorgung von Flüchtlingen einsetzt. Grundsätzlich nahm sie positive Eindrücke von der Besichtigung der noch leerstehenden Wohnräume mit: "Hier kann man sich schon wohlfühlen, denke ich."

Vor allem die Privatsphäre soll im Gegensatz zu den Sammelunterkünften gewährleistet sein. Die Arbeiten, um die alte Schule, in der zwischenzeitlich auch das Katasteramt untergebracht war, wohntauglich zu machen, waren umfangreich: Neue Duschen, Toiletten und Küchen wurden installiert und Leitungen verlegt. Zum Komplex an der Friedrich-Ebert-Straße gehören unter anderem auch Verwaltungsräume für die Sozialarbeit, Kinderbetreuung und Hausaufgabenhilfe. Die Betreuung übernimmt der soziale Träger "Kompass".

Unklar ist, wie lange die Familien, Wohngemeinschaften und Einzelpersonen aus Ländern wie Syrien oder dem Irak im und am Roten Esel wohnen werden: Die Mehrzahl der Bewohner werden Flüchtlinge sein, deren Asylverfahren noch nicht abgeschlossen sind. Die anderen versucht die Stadt zügig in Privatwohnungen unterzubringen.

Weitere Tage der offenen Tür in künftigen Flüchtlingsunterkünften Samstag, 13. August, Holzhaus Jaspersstraße; Samstag, 20. August, Holzhaus Zietenstraße; Samstag, 27. August, Container Beethovenstraße 185 (jeweils 10 bis 12 Uhr).

Quelle: RP
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