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Solingen
Rund um den Rücken und seine Schmerzen

Solingen. Die Statistik sagt, dass 80 Prozent der Bevölkerung schon einmal an Rückenschmerzen gelitten hat oder noch davon geplagt wird. "Die meisten Probleme sind im Muskelbereich", weiß Matthias Schilling, Betriebsleiter des Sportparks Landwehr. Das liegt daran, dass viele Menschen sitzende Berufe haben. Durch eine "zusammengesunkene" Sitzposition verkürzen sich die Muskeln. Zum anderen leiden die meisten heutzutage unter chronischem Bewegungsmangel. Von Sandra Grünwald

"Durchschnittlich geht der Deutsche am Tag eine Strecke von 500 bis 1000 Metern", sagt Schilling. Deutlich zu wenig. Denn vor allem die Bewegung ist es, die Rückenschmerzen vorbeugt oder sie lindert. "Es reicht schon, einen dauernd Sitzenden aufs Fahrrad zu bringen oder zum Laufen zu schicken", sagt Schilling. Doch bei starken oder gar chronischen Rückenschmerzen müssen andere Maßnahmen ergriffen werden. Um hier eine umfassende Informationsmöglichkeit für Betroffene und Interessierte zu bieten, hat der Sportpark Landwehr die 1. Solinger Rückentage organisiert.

Für zwei Tage können sich Besucher in den Räumen des Sportparks bei verschiedenen Ausstellern beraten und testen lassen. An Rückencheck und Kraftmessung, Herz-Kreislauf-Check und Lungenfunktionstest teilnehmen oder ein Wirbelsäulenscreening durchführen lassen. "Es findet auch eine Laufanalyse statt", erklärt Matthias Schilling. Hierzu wird der Teilnehmer mit einer Kamera auf dem Laufband gefilmt, was im Anschluss ausgewertet wird. Während einer Podiumsdiskussion zum Thema "Eine Frage der Haltung" kamen unterschiedliche Spezialisten wie Orthopäden, Trainer, Heilpraktiker oder Yoga-Lehrer zu Wort. Dass zuweilen gar nicht die Muskeln selbst für den Schmerz verantwortlich sind, sondern die Faszien, wurde vor noch nicht allzu langer Zeit erst festgestellt.

"Die Faszie ist ein Gewebe, das den Muskel umhüllt. Wenn sie nicht beweglich ist, engt sie den Muskel ein", erklärt Schilling. Um die Faszien beweglich machen zu können, gibt es ein einfaches Hilfsmittel - Rollen. Damit werden die schmerzenden Körperteile - Rücken, Nacken, Arme oder Beine "durchgerollt". Ergänzend empfiehlt sich ein Flexx-Training - eine Art Yoga mit Hilfsgeräten, bei dem der Ausübende die Muskeldehnung und die Endstellung der Gelenke aus eigener Kraft gewährleistet.

"Zweimal die Woche zehn Minuten Training und nach drei Wochen ist ein deutlicher Schmerzverlust zu verzeichnen", verspricht Schilling. Wer mehr über Faszien wissen möchte, kann sich heute um 12 und um 19 Uhr einen Vortrag zum Thema "Faszientraining" mit Insidertipps von Andrea Kluth-Sept anhören. Die 1. Solinger Rückentage können heute noch ab 10 Uhr kostenlos besucht werden.

Quelle: RP
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