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Serie 24 Stunden - 24 Menschen
Rund um die Uhr im Einsatz in der Klinik

Serie 24 Stunden - 24 Menschen: Rund um die Uhr im Einsatz in der Klinik
Haustechniker Peter Belak an der OP-Lüftung. Auch hier ist er verantwortlich, dass alles reibungslos läuft. FOTO: Martin kempner
Solingen. Als Teamleiter der Abteilung Technik kümmert sich Peter Belak in der Ohligser St. Lukas Klinik um alles, was mit Technik zu tun hat. Dabei ist er Ansprechpartner für alle. Von Maxine Herder

Die Stufen, vier Stockwerke hinauf in einem Treppenhaus, in dem an diesem heißen Nachmittag die Luft steht, machen Peter Belak schon lang nichts mehr aus: Etliche Kilometer legt er jeden Tag in den Fluren und Gängen, auf Höfen und Parkplätzen der St. Lukas Klinik zurück. "Und die Leute in meinem Team noch viel mehr", sagt der 42-Jährige. Belak ist Teamleiter der Abteilung Technik in dem Ohligser Krankenhaus, zwei Elektriker, ein Maler, ein Schlosser, ein Installateur und ein Helfer gehören zu seinem Stab. Es ist 16 Uhr und gerade ist Belak, 42 Jahre alt, Elektrotechnikmeister, auf dem Weg in die Lüftungszentrale. Der einzige Weg dorthin führt über das Treppenhaus, einen Aufzug gibt es nicht. "Ich versuche ohnehin, immer alles zu Fuß zu machen, vor allem nach Feierabend und wenn ich Bereitschaft habe", erzählt Belak, während er die schwere Tür der Lüftungszentrale aufschließt - zu groß ist die Sorge, dass er einmal mit einem der Fahrstühle stecken bleiben könnte, während irgendwo im Haus seine Hilfe benötigt wird.

Am Vorabend, erzählt Belak, sei eine solche Akut-Situation aufgetreten, die Klima-Anlage des Zentral-Operationssaals habe gestreikt, bis 22 Uhr hätten er und seine Leute an der Behebung des Problems gearbeitet. Jetzt muss er deshalb nur einen kurzen Blick in den großen Raum werfen, in dem die Luft für OP-Säle und Endoskopie temperiert wird, alles ist in Ordnung, Belak kann weiter ziehen. Auf jeder Stufe klimpern die rund 40 Schlüssel an seinem Bund, an den wichtigsten hat er Gummi-Ringe als Markierungen angebracht. "Wir arbeiten gerade daran, auf ein elektrisches System umzustellen, dann bräuchte ich nur noch einen Schlüssel", sagt der Gräfrather. Am Anbau, in dem der Sitz der Technik ist, ist das neue System bereits installiert, es piept, als Belak den Schlüssel vorhält, dann ist die Tür offen. An normalen Tagen, sagt er, seien 90 Prozent seiner Arbeit Verwaltung, koordiniere er externe Firmen, Bauarbeiten im und am Haus, gebe er Bestellungen auf und organisiere er das Störungsmanagement für alles, was mit Technik zu tun hat.

Jetzt will Belak nur kurz etwas im Büro erledigen, denn an diesem Tag ist viel los: Er wirft einen Blick auf seinen Computer, auf dem ihm ein Programm die exakten Parameter von Heizung, Wasserversorgung und Lüftung anzeigt. "Wenn irgendwo ein Fehler auftreten würde, würde das Programm dies melden", erklärt er, während der Drucker neue Listen für die Kontrolle des Blockheizkraftwerks ausspuckt. Auf dem Weg dorthin muss Belak noch kurz am Leichenhaus vorbei: Hier soll ein neuer Gedenkraum entstehen, Belak nimmt den Boden in Augenschein, den ein Handwerker verlegt hat. Früher, sagt er, gab es einen Hausmeister. "Heute hat das nichts mehr mit der Arbeit eines Hausmeisters zu tun, die Arbeit ist immer vielseitiger geworden." Genau das gefalle ihm an seinem Beruf, sagt der Vater einer Tochter, man könne keinen Tag planen, sei Ansprechpartner für alle, "außerdem arbeite ich gerne im Team und mag es, Dinge selbstständig durchzuführen." Dann geht es weiter, zum Blockheizkraftwerk, das im Januar installiert wurde und mit dem nun Heiz- und Stromenergie erzeugt wird. "Wir führen Listen, unter anderem welche Leistung die Anlage erbracht hat und wieviel Strom erzeugt wurde, zum Jahresende wird ausgewertet", erzählt Belak. Einige Kontrollgänge stehen noch an, in der Brandmeldezentrale muss ein Brandmelder wieder scharf geschaltet werden, der für Bauarbeiten abgestellt war, in der Telefonzentrale kontrolliert er, ob alle Computer ausgeschaltet sind, am Ende macht er noch Halt an der Sauerstoffanlage, um Druck und Füllstand zu überprüfen. "Wir haben in verschiedenen Bereichen verschiedene Wartungsintervalle, manche Räume müssen täglich begangen werden, andere wöchentlich oder monatlich."

Um kurz vor fünf macht sich Peter Belak wieder auf den Weg in sein Büro, gleich ist Feierabend - hoffentlich. Denn Peter Belak hat Bereitschaft, eine Woche lang ist er in dieser Zeit rund um die Uhr erreichbar und muss im Ernstfall in 20 Minuten an seinem Arbeitsplatz in der Klinik sein. "Dass wir gerufen werden, kommt häufiger vor, nachts jedoch sehr selten."

Quelle: RP
 
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