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Ansichtssache
Russisch Roulette auf der Wupperbrücke

Meinung | Solingen. Aus Unverständnis wird die Komplettsperrung immer wieder ignoriert. Von Guido Radtke

Es ist nur schwer zu verstehen, dass eine Brücke von jetzt auf gleich aus dem Verkehr gezogen wird - mit der Begründung, dass sie womöglich jederzeit einstürzen könnte. Es ist nur schwer zu verstehen, dass sich diese Erkenntnis nicht schon nach der Sonderprüfung im April ergeben hat. Zumindest durfte seit dem der Lastverkehr über 16 Tonnen die Spannbetonkonstruktion aus dem Jahr 1958 nicht mehr passieren.

Genauso wenig ist es aber auch zu verstehen, dass die Komplettsperrung in diesen Tagen immer wieder ignoriert wird. Fußgänger oder Radfahrer schieben die Bauzäune an die Seite und passieren die Wupperbrücken zwischen Haasenmühle und Nesselrath, um nicht den (sicheren) Umweg über die zum Glück sanierte Juckelbrücke nahe der Hofschaft Horn nehmen zu müssen. Was soll schon ein Mensch mit einem Gewicht von vielleicht 80 Kilogramm einer Brücke anhaben können, wenn ein 35 Tonner zu Testzwecken mehrfach hin und herfahren kann ?

Jeder schimpft über die Sperrung. Was aber wäre es für ein Skandal, wenn das Bauwerk in sich zusammenkrachen und ein Linienbus in die Wupper stürzen würde ? Die Experten der Stadt Solingen oder des Rheinisch-Bergischen Kreises würden sich den Vorwurf gefallen lassen müssen, dass sie die Gefahr nicht erkannt haben. Somit sollte kein Fußgänger Russisch Roulette spielen, auch wenn aktuell nicht nachgewiesen ist, ob sich überhaupt eine Kugel im Lauf befindet.

Quelle: RP
 
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